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Uni-Kassel
14. März 2017

Vorlesung Das Flehen des Armen dringt durch die Wolken Sir 35,21 Eine Einführung in die christliche Soziallehre

Mit fortschreitender ökonomischer, politischer und kultureller Globalisierung internationalisieren sich auch die sozialen Problemfelder und Konflikte. Die derzeit weltweit rund 60 Millionen Menschen, die sich auf der Flucht befinden (die meisten sind sog. Binnenflüchtlinge), zeigen dies überdeutlich. Und das große Thema...

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Mit fortschreitender ökonomischer, politischer und kultureller Globalisierung internationalisieren sich auch die sozialen Problemfelder und Konflikte. Die derzeit weltweit rund 60 Millionen Menschen, die sich auf der Flucht befinden (die meisten sind sog. Binnenflüchtlinge), zeigen dies überdeutlich. Und das große Thema der Zukunft werden sog. Klima-Flüchtlinge sein! Das fordert die Kirchen auf, in ihrer Soziallehre Antworten auf die globalen ökologischen, ökonomischen und politischen Herausforderung zu entwickeln. Dabei ist die christliche Soziallehre schon lange keine Sache nur europäischer Theologie mehr. Die Redeweise von der Option für die Armen ist aus der lateinamerikanischen Befreiungstheologie erwachsen und wurde 1979 beim Treffen des Lateinamerikanischen Bischofsrates Celam im mexikanischen Puebla erstmals katholisch-kirchenoffiziell formuliert. Den Boden hierfür hatte ihr das historische Bischofstreffen im kolumbianischen Medellin 1968 geebnet. Neben dieser lateinamerikanischen Variante entwickelten sich in Asien, aber auch und sogar regionalisiert in einzelnen Teilen Afrikas weitere Formen kulturell ausgeprägter Befreiungstheologien. Zugleich kam es während der vergangenen Jahrzehnte zu einer statistischen Veränderung in der Kirchenstruktur: Die Kirche die Zahl der Gläubigen wächst vor allem in Afrika und Asien. Die Kirchen des Südens bringen ihre Erfahrungen in die christliche Soziallehre ein und weiten ihren Blick. Nach einer Darlegung der christlichen Sozialprinzipien (Solidarität, Subsidiarität, Gemeinwohl usw.) werden die derzeit drängendsten globalen Probleme anhand der Agenda 2030 erörtert werden: Als Nachfolge zu den sogenannten UN-Millenniumentwicklungszielen (MDGs) einigte sich die internationale Staatengemeinschaft im September 2015 auf eine neue, auf fünfzehn Jahre angelegte globale Agenda für Entwicklung und Nachhaltigkeit, die u.a. Armutsbekämpfung, eine bessere Ernährung und ein gesundes Leben für alle Menschen vorsieht. Zur Durchsetzung dieser Agenda wurden durch 169 Unterziele konkretisierte 17 Oberziele (SDGs) festgelegt, welche neben den gerade genannten Zielen Themen wie Wasser und Hygiene, Energie, Bildung, Geschlechtergleichstellung, Maßnahmen zum Klimaschutz und saubere Energie umfassen. Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt werden. FB 02 Institut für Katholische Theologie Uni Kassel SoSe 2016 Lehrveranstaltungspool FB 02 Katholische Religion ErwP L2 Prof. Dr. Dr. Lohner Alexander