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Uni-Kassel
14. März 2017

Vorlesung Übung Zwischen Kapitalismus und Sozialismus Eine Einführung in die katholische Soziallehre

Mit fortschreitender ökonomischer, politischer und kultureller Globalisierung internationalisieren sich auch die sozialen Problemfelder und Konflikte. Das fordert die Kirchen auf, in ihrer Soziallehre Antworten auf die globalen ökonomischen und politischen Herausforderung zu entwickeln. Dabei ist die katholische Soziallehre schon lange...

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Mit fortschreitender ökonomischer, politischer und kultureller Globalisierung internationalisieren sich auch die sozialen Problemfelder und Konflikte. Das fordert die Kirchen auf, in ihrer Soziallehre Antworten auf die globalen ökonomischen und politischen Herausforderung zu entwickeln. Dabei ist die katholische Soziallehre schon lange keine Sache nur europäischer Theologie mehr. Die Redeweise von der -Option für die Armen- ist aus der lateinamerikanischen Befreiungstheologie erwachsen und wurde 1979 beim Treffen des Lateinamerikanischen Bischofsrates Celam im mexikanischen Puebla erstmals kirchenoffiziell formuliert. Den Boden hierfür hatte ihr das historische Bischofstreffen im kolumbianischen Medellin 1968 geebnet. Neben dieser lateinamerikanischen Variante entwickelten sich – in Asien, aber auch und sogar regionalisiert in einzelnen Teilen Afrikas – weitere Formen kulturell ausgeprägter Befreiungstheologien. Zugleich kam es während der vergangenen Jahrzehnte zu einer statistischen Veränderung in der Kirchenstruktur, deren Ende noch nicht absehbar ist, die uns aber immer wieder das -Annuarium Statisticum Ecclesiae- eindringlich vor Augen führt: Der katholische Christ lebt heute eher in Lateinamerika als in Europa, spricht eher Spanisch als irgendeine andere Weltsprache, gehört eher zu einer unterprivilegierten denn zu einer bürgerlichen Schicht. Die Kirche – die Zahl der Gläubigen, aber auch der Seelsorger – wächst vor allem in Afrika und Asien. Die Kirchen des Südens bringen ihre Erfahrungen in die katholische Soziallehre ein und weiten ihren Blick. Das kirchliche Lehramt spiegelt diesen Prozess in den päpstlichen Sozialenzykliken, wie -Populorum Progressio-, -Laborem Exercens-, -Centesimus Annus- und -Sollicitudo Rei Socialis-, wider. Die Vorlesung möchte in die traditionellen Prinzipien der katholischen Soziallehre einführen, wie sie etwa bereits 1891 in der Enzyklika -Rerum Novarum- von Leo XIII. und später von Sozialethikern, wie Gundlach, Nell-Breuning oder Nikolaus Monzel entfaltet wurden. Weiter will die Vorlesung zeigen, was die katholische Soziallehre auf die ernsten Fragen einer globalisierten Weltwirtschaft, die Verschuldungsproblematik und das Problem der Arbeitslosigkeit etwa, antwortet. Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt. BemerkungEine Anmeldeliste liegt bei Frau Brandt (R 0405, Diagonale 9) aus. nicht modularisiert; Angebot für alte Studienordnung LeistungsnachweisFachwissenschaftlicher Leistungsnachweis Um in dieser Veranstaltung einen Schein erwerben zu können, müssen Studierendedes Grundstudiums die erforderliche Teilnahmebescheinigung (Einführung in die Systematische Theologie) vorlegen können. FB 01 Institut für Katholische Theologie Uni Kassel WS 2006/2007 Prof. Dr. Dr. Lohner Alexander