Vorlesung Goldgrund Seidenglanz und Spiegelbild in der Malerei 1250 1500 Zu Realismus Raum und Materialität der Bildsprache
Viele Beschreibungen der Malerei des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit übertreffen sich an Schilderungen, wie im glänzenden Detail die Wirklichkeit reflektiert wird oder die Spiegelung als Sichtbarmachung der Welt, einer (neuen) realistischen Sicht auf die Dinge zu verstehen ist. Der...
Was lernst du wirklich?
Diese Vorlesung taucht tief in die Malerei des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit (ca. 1250-1500) ein, um zu verstehen, wie Künstler Realität, Raum und Materialität darstellten. Du lernst, kritisch zu hinterfragen, ob diese Bilder die damalige Welt abbilden oder eher ein Spiel mit Effekten und Symbolen sind. Dabei beleuchtest du die verborgenen Bedeutungen, die materiellen Herstellungsbedingungen und den gesellschaftlichen Kontext dieser faszinierenden Kunstwerke.
Das wirst du lernen
Die künstlerischen Techniken und die Symbolik der Malerei des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit (1250-1500) verstehen.
Konzepte wie Realismus, Raum und Materialität in historischen Kunstwerken analysieren.
Die Aussagekraft und 'Wahrhaftigkeit' historischer Bilder als Quellen kritisch bewerten.
Die sozialen, wirtschaftlichen und religiösen Kontexte identifizieren, die die Kunstproduktion dieser Epoche prägten.
Komplexe ikonografische Motive und ihre religiöse Bedeutung in Gemälden interpretieren.
Materielle Befunde und historische Informationen in die kunsthistorische Bildanalyse integrieren.
Passende Berufsfelder
Kunstgeschichte und ForschungMuseumsarbeit und KuratierungKulturmanagement und BildungDenkmalpflege und KulturerbeKunsthandel und Restauration
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Viele Beschreibungen der Malerei des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit übertreffen sich an Schilderungen, wie im glänzenden Detail die Wirklichkeit reflektiert wird oder die Spiegelung als Sichtbarmachung der Welt, einer (neuen) realistischen Sicht auf die Dinge zu verstehen ist. Der Spiegel im Bild fängt die große Welt im Kleinen ein, führt uns (versteckte) Selbstporträts vor Augen oder ergänzt unerwartete Blickwinkel. Der -ferne Spiegel- zeigt uns, wenngleich nicht ungebrochen ein Bild einer früheren Welt. Ist das so? Kann man davon ausgehen, dass man in diesen Bildern Informationen über die Epoche erhält, Einsichten in Zeit gewinnt oder ist die Sichtbarmachung der Welt eher ein Spiel mit den Effekten? Wie steht es mit der -Zeugenschaft- der visuellen Zeugnisse? Wie sieht der Kontext aus, in dem sich das abspielt, welche Umstände des Auftrags (Hofkunst, Kaufleute) sind festzustellen (Markt, Handel), welche Herstellungsbedingungen (Zulieferer und Zünfte) müssen in Rechnung gezogen werden?
Als -Gipfelpunkt- der aus -der Sichtbarkeit so unmittelbar wie möglich herausgeholten Schönheit- (O. Pächt) gelten die Werke der van Eyck oder Rogier van der Weydens. Was enthüllt oder verbirgt diese Schönheit, die sich dem wissenden und/oder dem gläubigen Betrachter erschloß? Zum einen werden die oft rätselhaften Motive der Bildsprache und ihre religiöse Bedeutung betrachtet, zum anderen wird einer -Entmaterialisierung der Bilder- durch die Integration der materiellen Informationen und Befunde in die Bildanalyse begegnet.
Literatur - Siehe auch Semesterapparat in BB 8 sowie vor Ort benutzbare Überblicksbände in BB 6
Hans Belting, Spiegel der Welt. Die Erfindung des Gemäldes in den Niederlanden, München 2010.
Otto Pächt, Van Eyck. Die Begründer der altniederländischen Malerei, München 1989; ders., Altniederländische Malerei von Rogier van der Weyden bis Gerard David, München 1994.
Birgit Franke/ Barbara Welzel (Hg.), Die Kunst der burgundischen Niederlande. Eine Einführung, Berlin 1997. Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland, Bd. 4, Spätgotik und Renaissance / hrsg. von Katharina Krause, Darmstadt 2007.- Hans Belting/Christiane Kruse, Die Erfindung des Gemäldes. Das erste Jahrhundert der niederländischen Malerei, München 1994. - Die Sprache des Materials : die Technologie der Kölner Tafelmalerei vom -Meister der heiligen Veronika- bis Stefan Lochner; [Abschlusspublikation des Verbundprojektes Die Sprache des Materials. Technologie der Altkölner Malerei vom -Meister der heiligen Veronika- bis Stefan Lochner (ca. 1380 - 1450), Katja von Baum (Hg.), Berlin/München 2013 - Michael Baxandall, Die Wirklichkeit der Bilder. Malerei und Erfahrung im Italien des 15. Jahrhunderts, Frankfurt a.M. 1977.
Bemerkung
Module
BA 1.0: I a, II a, III a, V a
BA 2.0: I a, II a, III b2
MA: I 1, V 1
Kunsthochschule Kassel
Uni Kassel
SoSe 2014
Prof. Dr.
Sitt Martina