Uni-München
14. März 2017Vorlesung Is it real Alte und Neue Realismen im Theater und in den anderen Medien Ausgewählte Konzepte der Theaterästhetik Englhart
Seit einiger Zeit beobachten wir in den Künsten eine verstärkte Aufmerksamkeit für das
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Jetzt Lernplan erstellenSeit einiger Zeit beobachten wir in den Künsten eine verstärkte Aufmerksamkeit für das 'Authentische', 'Wahre' und 'Echte'. In den Medien verzeichnet man einen Trend zum Dokumentarischen, im Theater stellt man die Frage nach der politischen Wirksamkeit von neuen Realismen zwischen mimetisch-dramatischem Schauspiel, Theater der Erfahrung und Performance- oder Liveart, während die jahrzehntelange Herrschaft des postmodernen Denkens durch die Philosophien des Neuen Realismus (u.a. Markus Gabriel, Maurizio Ferraris) und durch Erkenntnisse der Hard Science, etwa der Neurowissenschaften, herausgefordert wird. In der Vorlesung werden wir den verschiedenen neuen Wegen des Realistic Turn folgen und uns auf breiter historischer und systematischer Ebene mit der Frage beschäftigen, wie das Reale oder Wirkliche dargestellt, figuriert, (re)präsentiert, erfahren, vorgetäuscht, behauptet oder (re)produziert wird. Das weite Feld reicht von Aristoteles bis zum Hollywoodfilm, von Brecht bis zu Godard, vom Surrealismus bis zu David Lynch, von Euripides über Shakespeare bis zur TV-Serie, von der BBC-Doku bis zur Mockumentary, vom Happening bis zum Reenactment, von Grotowski bis Thomas Ostermeier, von Stanislawski über Strasberg bis zu Rimini Protokoll, von Cunningham bis DV8, vom Living Theatre bis zum rituellen Theater Percevals, von DOGMA bis zur Dokusoap.
Literatur zur Einführung:
- Andreas Englhart: Das Theater der Gegenwart, München 2013.
- Maurizio Ferraris: Das Manifest des Neuen Realismus, Frankfurt/M. 2014.
- Milo Rau: Was tun? Kritik der postmodernen Vernunft, Zürich 2013.
Department Kunstwissenschaften
Leistungsnachweis BA Theaterwissenschaft und BA Kunst, Musik Theater:
Klausur 90 Minuten, über -Übung zu Theorietexten- und Vorlesung -Ausgewählte Konzepte der Theaterästhetik-
6 ECTS für Modul -Theorie und Ästhetik des Theaters-, nur in Verbindung mit -Übungen zu Theorietexten-, für Klausur und Übungsaufgaben oder Referat.
Nebenfächler, denen gegen Studienende noch 3 ECTS fehlen, können die fehlenden Punkte durch Teilnahme an Vorlesung und Vorlesungsteil der Klausur erwerben (Anerkennung durch NF-Studiengangskoordination nötig).
LMU München
WiSe 1415
PD Dr. phil.
Englhart Andreas phil