Uni-Kassel
14. März 2017Vorlesung Ist Mitleid eine ausreichende Basis für Moral Kritische Anmerkungen zu Arthur Schopenhauers und anderen Mitleidsethiken Eine Einführung in das ethische Denken überhaupt
Im Kontext der sog. -neuen Bioethik- treten vermehrt Autoren auf, die ihre Forderungen, z.B. nach der sog. -aktiven Sterbehilfe-, mit einem spezifischen Appell an das Mitleid verbinden. Hier wären an erster Stelle Peter Singer und seine -Praktische Ethik- (von 1979)...
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Jetzt Lernplan erstellenIm Kontext der sog. -neuen Bioethik- treten vermehrt Autoren auf, die ihre Forderungen, z.B. nach der sog. -aktiven Sterbehilfe-, mit einem spezifischen Appell an das Mitleid verbinden. Hier wären an erster Stelle Peter Singer und seine -Praktische Ethik- (von 1979) zu nennen. Im Namen des Mitleids und der Selbstbestimmung fordern auch andere Autoren, beispielsweise Christoph Sattler und Martin Neufer, ein Recht auf -aktive Sterbehilfe-.
Die Tugendhat-Schülerin Ursula Wolf ist vielleicht die bekannteste Autorin des deutschen Sprachraums, die derzeit Schopenhauers Philosophie als Grundlage einer zeitgemäßen Ethik propagiert. Bezeichnenderweise vertritt sie (so in ihrem Buch -Das Tier in der Moral- (von 1990)) in bioethischen Fragen sehr ähnliche Positionen wie Peter Singer.
Darüber hinaus sprechen weitere Indizien dafür, dass Schopenhauers Moralphilosophie in der gegenwärtigen Ethikdiskussion (wieder) an Bedeutung gewinnen könnte.
Es scheint also an der Zeit, kritisch der Frage nachzugehen, ob Mitleid überhaupt eine ausreichende und richtige Basis für Ethik ist.
Die Vorlesung wird in die Philosophie Schopenhauers, aber auch in andere Mitleidsethiken (Adam Smith, Rousseau) und die Sympathieethiken des zwanzigsten Jahrhunderts (Henri Bergson, Hans Driesch, Gustav Störring, Erich Becher) einführen.
Zur Abgrenzung von der Mitleidsethik werden aber auch das klassische Naturrecht, die Ethik Kants und die Diskursethik als moralphilosophische bzw. moraltheologische Gegenentwürfe ausführlich Darstellung finden. Insofern ist die Vorlesung eine Einführung in die Philosophische und Theologische Ethik überhaupt.
Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt werden.
Bemerkung
MPO 2006/2007: L2/M26; L3/M37 (Moraltheologie), L3/M38 (2. Teil); L4/M37
FB 02 Institut für Katholische Theologie
Uni Kassel
WiSe 2013/14
Kat.Religion
Prof. Dr. Dr.
Lohner Alexander