Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Kassel
14. März 2017

Vorlesung Lateinische Historiographie und Belletristik des Mittelalters

Die Vorlesung stellt Texte aus einer Zeit vor, in der man lateinisch schreiben musste, wenn man etwas sagen wollte. Die Auswahl wurde nach dem Gesichtspunkt getroffen: Was hat die geistige Elite des Mittelalters bevorzugt rezipiert und produziert und wo zeigen...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Die Vorlesung stellt Texte aus einer Zeit vor, in der man lateinisch schreiben musste, wenn man etwas sagen wollte. Die Auswahl wurde nach dem Gesichtspunkt getroffen: Was hat die geistige Elite des Mittelalters bevorzugt rezipiert und produziert und wo zeigen sich Neuansätze im Strom der literarischen Tradition, die für uns auffällig sind. Die naturgemäß vielen Beispiele aus diesen Texten werden stets anhand von deutschen Übersetzungen besprochen. Der überwiegende Teil dessen, was in unseren Geschichtsbüchern über das Mittelalter steht, ist aus der Auswertung mittelalterlicher Chronistik und Historiographie gewonnen. Daher wird an prägnanten Beispielen in diese vorwissenschaftliche und als literarische Kunst begriffene Literatur eingeführt, z.B. in die merowingischen Schauergeschichten des Gregor von Tours und die gesittete und gebildete Biographie Karls des Großen durch seinen Schwiegersohn Einhard. Besonderer Wert wird gelegt auf die Einbettung dieser eher angenähert sachlichen Literatur in den allgemeinen Strom der Literatur, der das geistige Leben des Mittelalters stark beeinflusst durch zahlreiche und umfangreiche Fachliteratur und ästhetisch fremdartige Belletristik. Daher werden auch die scheinbar wirren Ansammlungen von Faktenwissen und anderem Wissen in den Enzyklopädien des Isidor von Sevilla, des Papias, des Johannes von Genua und des Vinzent von Beauvais erschlossen, und es werden bedeutende Literaten vorgestellt wie Augustin mit seiner Autobiographie Confessiones und seiner Geschichtsphilosophie Civitas Dei oder der Lyriker Notker von Sankt Gallen, der mit einer ganz neuen Form von Lyrik die Kirchen zum Singen brachte und dessen Texte heute noch einen Platz in der Liturgie haben. Und die frechen Vagantenlieder des Archipoeta dürfen natürlich auch nicht fehlen ... FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SoSe 2011 Geschichte HF FB 05 Gesellschaftswissenschaften Privatdozentin Dr. Daub Susanne Privatdozentin