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Uni-Kassel
14. März 2017

Vorlesung Mathematik und Gesellschaft

Den Ausgangspunkt dieser Vorlesung bilden Texte von Husserl (Stichwort: Krisis der europäischen Wissenschaften), Horkheimer (Stichwort: Traditionelle und Kritische Theorie), Habermas (Stichwort: Erkenntnis und Interesse) und Foucault (Stichwort: Ordnung des Dikurses). Mit Mathematik wird das insoweit etwas zu tun haben, als...

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Den Ausgangspunkt dieser Vorlesung bilden Texte von Husserl (Stichwort: Krisis der europäischen Wissenschaften), Horkheimer (Stichwort: Traditionelle und Kritische Theorie), Habermas (Stichwort: Erkenntnis und Interesse) und Foucault (Stichwort: Ordnung des Dikurses). Mit Mathematik wird das insoweit etwas zu tun haben, als es im Kontext dieser Theorien immer wieder auch um die „Funktion von Mathematisierung“, charakterisierende Beschreibungen des „Mathematischen“ und der „Vermittlung“ bzw. „Aneignung“ von Mathematik etc. gehen wird. Dabei wird einerseits auf gewisse in der Literatur formulierte Mängel „Kritischer Theorie“ (Eine Kritik lautet etwa: Kritischer Theorie galt ›Abstraktion‹ als Fixierung des Allgemeinen in der Trennung vom Einzelnen und seiner Unterordnung unter das Allgemeine als Prinzip von Herrschaft. Wissenschafts- und Herrschaftslogik hatten so quasi in der ›Abstraktion‹ ihr gemeinsames Wesen. So fielen Wissenschafts- und Gesellschaftskritik in der negativen Dialektik zusammen und es blieb der Kritischen Theorie insbesondere verschlossen, ihre Kritik zu neuen „Grundbegriffen“ etc. weiterzuentwickeln.) eingegangen und andererseits werden Begründungen für die folgende These besprochen: Wenn es auch richtig ist, Wissenschaften wie die „Mathematik“ nicht schlicht in Verdinglichungs- oder Entfremdungsschemata einzuordnen, so kommen diesen Wissenschaften als Momenten der Reproduktion (einschließlich) des gesellschaftlichen Verhältnisses auch gesellschaftliche Bestimmungen zu. In die Diskussion dieses Typs „analytischer“ Bestimmungen werden u.a. aktuelle soziologische Analysen etwa von Lessenich und Rosa einbezogen.Schließlich werden Konsequenzen für „Psychologie“ (etwa Holzkamps „Lernen“) und insbesondere für Theorien des „Mathematiklernens“ andiskutiert. Adorno, T. W. 2003: Einleitung in die Soziologie. Frankfurt: Suhrkamp. Althusser, L. 2001: Lenin and philosophy and other essays. Monthly Review Press. Arndt, A. 1985: Karl Marx – Versuch über den Zusammenhang seiner Theorie. Bochum: Germinal. Atweh, B., Forgasz, H., Nebres, B. (Hg.) 2001: Sociocultural Research on Mathematics Education – An International Perspective. Mahwah, New Jersey: Lawrence Erlbaum Associates. Busch, H.-J. 2001: Subjektivität in der spätmodernen Gesellschaft – Konzeptuelle Schwierigkeiten und Möglichkeiten psychoanalytisch-sozialpsychologischer Zeitdiagnose. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft. Dubiel, H. 1988 (3. Aufl. 2001): Kritische Theorie der Gesellschaft – Eine einführende Rekonstruktion von den Anfängen im Horkheimer-Kreis bis Habermas. Weinheim: Juventa. Faulstich, P., Ludwig, J. (Hg.) 2004: Expansives Lernen. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren. Faulstich-Wieland, H. 2000: Individuum und Gesellschaft. Oldenbourg. Foucault, M. 1977: Die Ordnung des Diskurses. Hanser. Furth, P. 1980: Negative Dialektik und materialistische Theorie der Dialektik. In: Arbeit und Reflexion. Köln: Pahl-Rugenstein, 15-68. Habermas, J. 1969: Technik und Wissenschaft als ›Ideologie‹. Frankfurt/M.: Suhrkamp. Habermas, J. 1988: Theorie des kommunikativen Handelns, Band 2 – Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft. Frankfurt/M.: Suhrkamp. Habermas, J. 2003 (Original: 1973): Erkenntnis und Interesse. STW Sonderausgabe. Frankfurt/M.: Suhrkamp. Habermas, J. 2005 : Zwischen Naturalismus und Religion. Frankfurt/M.: Suhrkamp. Heymann, H. W. 1996: Allgemeinbildung und Mathematik. Weinheim etc.: Beltz. Holzkamp, K. (1985; Original 1983): Grundlegung der Psychologie. Frankfurt/Main: Campus. Holzkamp, K. 1993: Lernen – Subjektwissenschaftliche Grundlegung. Frankfurt/Main: Campus. Honneth, A. 2005: Vedinglichung. Frankfurt/M.: Suhrkamp. Horkheimer, M. 1937: Traditionelle und kritische Theorie. Zeitschrift für Sozialforschung 6 (2), 245-294. Horkheimer, M., Marcuse, H. 1937: Philosophie und kritische Theorie. Zeitschrift für Sozialforschung 6 (3), 625-647. Husserl, E. 1982( 2. verb. Auflage; Original 1935): Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie. Hamburg: Meiner. Jay, M. 1976: Dialektische Phantasie – Die Geschichte der Frankfurter Schule und des Instituts für Sozialforschung 1932-1950. Frankfurt/M.: Fischer. Lange, E.-M. 1978: Wertformanalyse, Geldkritik und die Konstruktion des Fetischismus bei Marx. Neue Hefte für Philosophie 13, 1-46. Lefèvre, W. 1995: Was sind „objektivierende Wissenschaften“? Thesen zur gesellschaftlichen Natur der modernen Naturwissenschaften. In: H. Eidam, W. Schmied-Kowarzik (Hg.), Kritische Philosophie gesellschaftlicher Praxis. Königshausen & Neumann: Würzburg. Lessenich, S., Nullmeier F. (Hg.) 2006: Deutschland – eine gespaltene Gesellschaft. Frankfurt/M.: Campus. Mehrtens, H. 1990: Moderne – Sprache –Mathematik. Frankfurt/M.: Suhrkamp. Osterkamp, U. 2003: Kritische Psychologie als Wissenschaft der Ent-Unterwerfung. J. f. Psych. 11 (2), 176-193. Otte, M. (Hg.) 1974: Mathematiker über die Mathematik. Berlin etc.: Springer. Otte, M. 1994: Das Formale, das Soziale und das Subjektive: Eine Einführung in die Philosophie und Didaktik der Mathematik. Frankfurt/M.: STW 1106. Rosa, H. 2005: Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstruktur in der Moderne. Frankfurt/M.: Suhrkamp. Schwan, G. 1974: Die Gesellschaftskritik von Karl Marx – Politökonomische und philosophische Voraussetzungen. Stuttgart etc.: Kohlhammer. Skovsmose, O. 1994: Towards a Philosophy of Critical Mathematics Education. Dordrecht etc.: Kluwer. Theunissen, M. 1969: Gesellschaft und Geschichte – Zur Kritik der kritischen Theorie. Berlin: Walter de Gruyter & Co. Wagner, H.-J. 2001: Objektive Hermeneutik und Bildung des Subjekts. Velbrück. Wittmann, E. Ch. 2002 (6. neu bearb. Auflage; Original 1981): Grundfragen des Mathematikunterrichts. Braunschweig: Vieweg. Zech, F. 1998: Grundkurs Mathematikdidaktik. Weinheim: Beltz. BemerkungDie Vorlesung wird im WS 2007/2008 durch ein (einzelne Themenbereiche (hoffentlich…) vertiefendes) Seminar ergänzt. VoraussetzungenKeine LeistungsnachweisStudiennachweis: Wissenschaftliches Protokoll.Prüfungsleistung: Schriftliche Ausarbeitung (10-15 Seiten) FB 17 Mathematik Uni Kassel SS2007 Berufspädagogik - Elektrotechnik Mathematik Prof. Dr. Hochmuth Reinhard