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Uni-Dortmund
14. März 2017

Vorlesung mit Seminar Akteurskonstellationen und Governance Strukturen Der Umgang mit Risiken in der Raumplanung

Hintergrund Die Ereignisse der letzten Jahre am Rhein an der Oder, Elbe und viele andere wie die Tsunamikatastrophe in Asien, aber auch der Klimawandel haben deutlich gemacht, wie verwundbar gegenüber Katastrophen moderne Gesellschaften sind. Dies gilt nicht nur für Naturereignisse,...

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Hintergrund Die Ereignisse der letzten Jahre am Rhein an der Oder, Elbe und viele andere wie die Tsunamikatastrophe in Asien, aber auch der Klimawandel haben deutlich gemacht, wie verwundbar gegenüber Katastrophen moderne Gesellschaften sind. Dies gilt nicht nur für Naturereignisse, sondern auch den Umgang mit Technologien und sozialen Konflikten. Dabei kommt es häufig zu einer gegensätzlichen Bewertung des Risikos durch unterschiedliche Akteure durch wissenschaftlich-technische Risikoanalyse auf der einen und individueller, durch subjektive Eindrücke geprägten Risikowahrnehmung auf der andern Seite (z B. Mobilfunkstrahlung, Gentechnologen, Forensik). Risiken werden von gesellschaftlichen Gruppen bzw. Individuen unterschiedlich wahrgenommen und bewertet. Ein wichtiges Merkmal eines integrierten Risikomanagements ist daher die Einbeziehung aller Stakeholder in die Abschätzung und das Management von Risiken (risk governance). Als Risikomanagement wird die Summe der von Personen oder Organisationen eingeleiteten Entscheidungen zur Reduzierung, Steuerung und Regulierung von Risiken bezeichnet. Wesentlich sind dabei Akteurskonstellationen und Governance-Strukturen. Voraussetzung für ein Management von Risiken ist zunächst eine sorgfältige Abschätzung der dem Risiko zugrunde liegenden Gefahren. Einen ganz wesentlichen Einfluss auf das Risiko hat aber neben der Gefährdung auch das Schadenspotenzial, das entsteht, indem in Räumen, die sich besonderen Gefährdungen ausgesetzt sehen, Werte angehäuft werden, etwa in Form von baulichen Anlagen oder Infrastruktur. Hinzu tritt das Vorsorge- und Reaktionspotenzial (etwa die Einrichtungen des Katastrophenschutzes). Aber auch institutionelle Regime bzw. Governance-Strukturen können verwundbar sein, wenn staatlichem Entscheidungshandeln Misstrauen entgegengebracht wird. Alles zusammengenommen macht die sog. -Verwundbarkeit- aus. Damit wird die planerische, vorbeugende Auseinandersetzung mit Risiken aus natürlichen und technischen Gefahren zu einer immer wichtigeren Aufgabe auch für die Raumplanung. Immerhin trifft die Raumplanung Entscheidungen für die Gesellschaft darüber, ob und wie bestimmte Räume genutzt werden sollen und hat dabei ihre Gefährdung gegenüber Natur- und Technikgefahren zu berücksichtigen. Veranstaltungsablauf Im Rahmen der angebotenen Veranstaltung sollen die Studierenden einen vertiefenden Einblick in die Thematik Raum und Risiko mit Schwerpunkt auf Akteurskonstellationen und Governance-Strukturen bekommen. Die Veranstaltung wird als Vorlesung gestaltet und durch ausgewählte Gastvorträge ergänzt. Im WS folgt dann ein darauf aufbauendes Seminar in Modul 19. Institut für Raumplanung Technische Universität Dortmund SoSe 2012 Bachelor Raumplanung (2007) Prof. Dr. Greiving Stefan