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Uni-Dortmund
14. März 2017

Vorlesung mit Seminar Demographischer Wandel und Siedlungsstruktur Suburbanisierung Reurbanisierung Gentrifizierung

VS Suburbanisierung – Reurbanisierung – Gentrifizierung Die industriegesellschaftlichen Siedlungsstrukturen sind in Bewegung geraten. Im 20. Jahrhundert und insbesondere in den Nachkriegsdekaden haben die westlichen Industriestädte mehr und mehr Einwohner und auch immer mehr Arbeitsplätze an ihr Umland abgegeben. Suburbanisierung wird...

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VS Suburbanisierung – Reurbanisierung – Gentrifizierung Die industriegesellschaftlichen Siedlungsstrukturen sind in Bewegung geraten. Im 20. Jahrhundert und insbesondere in den Nachkriegsdekaden haben die westlichen Industriestädte mehr und mehr Einwohner und auch immer mehr Arbeitsplätze an ihr Umland abgegeben. Suburbanisierung wird deshalb allgemein als bedeutendster Zug der fordistischen Stadtentwicklung betrachtet. Angesichts massiver Suburbanisierungswellen wurde noch Mitte der 1990er Jahre von Stadtflucht, der Auflösung oder sogar einem Verschwinden der Städte gesprochen. Verlierer dieses Trends waren die Innenstädte, denn ins Umland wanderten -überproportional die jüngeren, besser gestellten, und aktiveren Familienhaushalte sowie die dynamischeren, expandierenden Betriebe- (Siebel 2005, S. 1138). Im Gegenzug erschienen die Kernstädte immer mehr als Orte, an denen sich vor allem diejenigen konzentrierten, die auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt wenig Chancen hatten (und haben): ArbeiterInnen, Arbeitslose, Arme, Alte, Alleinerziehende und AusländerInnen. In den letzten Jahren beginnt sich dieses Bild grundlegend zu wandeln. Mit der -Renaissance der Stadt- als Wohn- und Arbeitsort wird am Beginn des 21. Jahrhunderts eine tiefgreifende Trendwende in der Stadtentwicklung ausgemacht. Mit der Globalisierung und dem Wandel von der Industrie- zu einer wissens- und kulturbasierten Dienstleistungsökonomie geht eine Transformation der wirtschaftlichen Basis der Städte einher, die diese als Standort für Arbeit und Wohnen wieder attraktiv macht – und zwar aus der Sicht sowohl der Unternehmen als auch der Beschäftigten. In vielen westeuropäischen Städten werden Bevölkerungszuwächse und eine Abschwächung, teils sogar eine Umkehr des Suburbanisierungstrends konstatiert. -Reurbanisierung- ist in aller Munde. Folge der Wiederentdeckung der Innenstädte durch urban gesinnte Mittelschichten ist die selektive Aufwertung kernstädtischer Räume. Gentrifizierungsprozesse und die Entstehung von neuen, von den sie umgebenden statusniedrigeren Wohngebieten meist deutlich abgegrenzten Inseln des Mittelschichtwohnens sind vielerorts zu beobachten. Zugleich verändern Postsuburbanisierungsprozesse Gesicht und Charakter von Suburbia. Ziel des Vorlesungsseminars ist es, Ursachen und Wirkungen sowie Dynamiken und Bedeutungen dieser national wie international anzutreffenden, vielschichtigen und oftmals widersprüchlichen Trends zu beschreiben und zu verstehen. Nähere Erläuterungen zur Struktur und zum Verlauf der Veranstaltung folgen zu Beginn der Veranstaltung. Von den TeilnehmerInnen erwartet werden Lektürebereitschaft und Diskussionsfreudigkeit. Die Inhalte der Veranstaltung sind Bestandteil der Modulprüfung (benotete mündliche Prüfungsleistung). Fachgebiet Stadt- und Regionalsoziologie B.Sc. RP (2007): Erfolgreicher Abschluss der Module 1 - 3, 6 und 8 zur Teilnahme an der Modulprüfung (Stichtag: Prüfungsanmeldung) B.Sc. RP (2012): Erfolgreicher Abschluss der Module 1, 2, 8, 9 und 12 zur Teilnahme an der Modulprüfung (Stichtag: Prüfungsanmeldung) Technische Universität Dortmund SoSe 2013 Bachelor Raumplanung (2012) Prof. Dr. Frank Susanne