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Uni-München
17. Juli 2017

Vorlesung Religion und Politik in Frankreich von der Reformation bis zum ersten Kaiserreich 1520-1815

Religion und Politik waren in der Frühen Neuzeit zwei auch für die Lebenswelt der Menschen grundlegende gesellschaftliche Phänomene. Ihr Verhältnis zueinander musste schon wegen der Dynamik der jeweiligen Entwicklung immer neu bestimmt werden. Dies erfolgte oft gewaltsam. Die Vorlesung beleuchtet...

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Religion und Politik waren in der Frühen Neuzeit zwei auch für die Lebenswelt der Menschen grundlegende gesellschaftliche Phänomene. Ihr Verhältnis zueinander musste schon wegen der Dynamik der jeweiligen Entwicklung immer neu bestimmt werden. Dies erfolgte oft gewaltsam. Die Vorlesung beleuchtet mit anschaulichen Beispielen zentrale Etappen der Entwicklung: die Verbreitung des Kalvinismus, die Adaption des Katholizismus an Reformation, Humanismus und Staatsbildung, die politische Reaktion von Monarchie, Adel und Funktionseliten sowie insbesondere die Religionskriege (1562-1598). Das Zerbrechen des Kompromisses der Konfessionen an Konflikten zwischen Krone und Adel in den 1620er Jahren und die Verfolgung des Kalvinismus vor dem Hintergrund des Konzeptes von Staatsraison und Machtstaat (-absoluter Monarchie-) sind zentrale Punkte im 17. Jahrhundert. Ludwig XIV. betrieb neben der -Auslöschung der Häresie- die Unterdrückung oppositioneller Strömungen innerhalb des Katholizismus (Jansenismus, Quietismus). Dieses Modell einer in maßgeblicher Weise staatlich gelenkten Kirche sorgte für eine enge Verbindung zwischen politischer und religiöser Opposition. Die Aufklärung kritisierte Kirche und Monarchie und förderte deistische, materialistische und atheistische Weltenwürfe sowie die für Funktionseliten attraktive Freimaurerei. Im Vorfeld und Verlauf der Revolution wurden alte und neue Wege beschritten: religiöse Toleranz, das Verbot von Katholizismus und Kalvinismus, die Einführung staatlicher Kulte, eine neue Zeitrechnung. Die Vorlesung schließt mit Napoleons Religionspolitik und einem Ausblick auf das Gesetz über die Trennung von Staat und Kirche von 1905. Prüfungsform im BA und mod. LA: KL Einführende Literatur: Hartmann, Geschichte Frankreichs (Beck Wissen); Strasser-Bertrand/de Jong, Geschichte des Protestantismus in Frankreich und den Niederlanden (Vandenhoeck&Ruprecht); Hartmann, Religion und Kultur im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts (Lang) Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften LMU München SoSe 2015 Prof.Dr. Hengerer Mark Sven