Uni-Kassel
14. März 2017Vorlesung Satzglieder
Inhalt Traditionell basiert die Schulgrammatik auf zwei Grundpfeilern: Wortarten und Satzglieder. Während die Wortarten relativ gut erforscht sind, bleibt der Stand der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den Satzgliedern hinter dem mit den Wortarten deutlich zurück. Dies hat auch wissenschaftshistorische Gründe, da...
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Traditionell basiert die Schulgrammatik auf zwei Grundpfeilern: Wortarten und Satzglieder. Während die Wortarten relativ gut erforscht sind, bleibt der Stand der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den Satzgliedern hinter dem mit den Wortarten deutlich zurück. Dies hat auch wissenschaftshistorische Gründe, da eine klare Trennung zwischen Wortart- und Satzgliedebene erst durch Karl Ferdinand Becker in der ersten Hälfte des 19.Jhs. erfolgt ist.
Über die wissenschaftshistorischen Gründe hinaus gibt es auch theoretische Gründe, die eine kohärente Satzgliedlehre erschweren. Unter diesen sind besonders zwei hervorzuheben: Einerseits hat man es, geht man von Texten aus, nicht nur mit Sätzen, sondern auch mit Nicht-Sätzen und auch weiteren Elementen zwischen Sätzen und Nicht-Sätzen zu tun. Man hat also, vom Text ausgehend, die Aufgabe, einen operationalisierbaren Satzbegriff zu begründen. Andererseits sind nicht alle Glieder von Sätzen (‚Satz-Glieder’) automatisch auch Satzglieder. Es gibt eine Reihe von satzinternen Elementen (z.B. Abtönungspartikeln, Junktoren, Textadverbien), die keine Satzglieder im herkömmlichen Sinne darstellen. Eine Satzgliedanalyse führt also nicht zu einer restfreien Gliederung von Sätzen in Satzglieder.
Mit der Vorlesung wird das Ziel verfolgt, insbesondere den beiden skizzierten theoretischen Herausforderungen zu begegnen und ein grammatisches Instrumentarium zu entwickeln, mit dem sich Sätze restfrei analysieren lassen. Dies soll vor dem Hintergrund einer -Geschichte und Kritik der Lehre von den Satzgliedern in der deutschen Grammatik- (Buchtitel des Klassikers von Hans Glinz) erfolgen.
FB 02 Institut für Germanistik
Leistungsnachweis
durch Hausarbeit (Semesterarbeit, schriftliche Präsentation), durch mündliches Kolloquium oder durch Projektarbeit.
Uni Kassel
WS 2009/2010
Germanistik/Deutsch
Germanistische Sprach-,Kultur-u.Literaturwissensch
Prof. Dr.
Ágel Vilmos