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Uni-München
14. März 2017

Vorlesung Vernetzte Räume Zum Verhältnis von Literatur und Architektur

Die Literatur unterhält komplexe und ausgezeichnete Beziehungen zur Architektur. Die Architektur kann als Text und der Text als architektonischer Raum der Imaginationen gelesen werden. Daher ist die Architektur – sowohl als Raumkunst und Entwurf gebauter Lebensformen als auch in ihrer...

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Die Literatur unterhält komplexe und ausgezeichnete Beziehungen zur Architektur. Die Architektur kann als Text und der Text als architektonischer Raum der Imaginationen gelesen werden. Daher ist die Architektur – sowohl als Raumkunst und Entwurf gebauter Lebensformen als auch in ihrer urbanistischen Dimension verstanden – schon immer mehr oder weniger im literarischen Werk präsent. Während die intermedialen Forschungen zum Verhältnis der Literatur zur Architektur sich zunächst auf die Modernität des urbanen Lebens und die Sinnhaftigkeit gebauter Zeichen konzentrierten, standen in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Wechselwirkungen von Literatur und Architektur vor allem atmosphärische, topographische und topologische Aspekte der Raumwahrnehmung und -erfahrung im Mittelpunkt des Interesses. Zurückzuführen ist dieses Interesse vor allem auf die aktuellen Debatten, die sich als Konsequenzen nach dem sogenannten spatial turn und dem nachfolgenden topographical turn in den Kulturwissenschaften für die Raumbeschreibung ergeben haben und nunmehr die Möglichkeiten topologischer Raumkonzepte austarieren. Raumtheorien, welche topologische Betrachtungsweisen herausstellen, erfordern einen relationalen Raumbegriff, der über das topographische Verständnis des Raums (z.B. realer, begrenzter oder kartographierter Raum) hinausgeht und Räume als ein -Geflecht von beweglichen Elementen- (de Certeau) begreift. Es geht also um Prinzipien, die die Dynamik und die Produktion von Raum akzentuieren. Für die Literatur ergeben sich dadurch Perspektiven, die zwischen Nähe und Distanz bzw. zwischen Ein- und Ausschreibungen oszillieren. In den neuen intermedialen Untersuchungen, in der die Vielschichtigkeit der literarischen Konstruktionen von Räumen und die Konstituierung von Raumpoetiken im Zentrum stehen, werden literarische Texte als textuelle Topologien gelesen, die reale wie imaginierte architektonische und urbanistische Formen beschreiben oder – in einem weiteren Sinne – regionale und territoriale Räume gestalten. In der interdisziplinären Vortragsreihe sollen sowohl die besonderen theoretischen Aspekte als auch die künstlerischen Formen der intermedialen Beziehungen von Literatur und Architektur dargestellt werden. Der Fokus der Vorträge ist einerseits auf die ost- und ostmitteleuropäischen Kulturen und Literaturen und andererseits auf die intermedialen Korrelationen im 20. und 21. Jahrhundert gerichtet; ergänzt wird dieser Schwerpunkt durch Vorträge aus anderen philologischen und kulturwissenschaftlichen Disziplinen sowie aus der Architektur. Die Vorträge, die noch in einem gesonderten Programm angekündigt werden, beginnen in der zweiten Vorlesungswoche. Für Studierende, die im Rahmen dieser Ringvorlesung einen Leistungsnachweis erwerben möchten, gibt es in der ersten Semesterwoche eine Vorbesprechung. Die Vortragsreihe wird von der ersten Vorlesungswoche bis Mitte Juni von der Filmreihe -Vernetzte Räume - verletzte Träume. Eine imaginäre Geschichte osteuropäischer Metropolen- im Filmmuseum München begleitet, die Großstadtfilmen aus Ost- und Ostmitteleuropa gewidmet ist. Auch für die Filme wird es eine gesonderte Ankündigung geben. Fabian-Winko, Jeanette , Dr. Bachelor: Klausur 60 min. mit Benotung 3 ECTS-Punkte Master WP 4.1: Übungsaufgaben (ca. 20.000 Zeichen) und Klausur (90 min) bestanden/nicht bestanden 6 ECTS-Punkte Master WP 10.1: Übungsaufgaben (ca. 20.000 Zeichen) und Klausur (60 min) bestanden/nicht bestanden 6 ECTS-Punkte B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Kernveranstaltung zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.13/15/17/19). ODER Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Kernveranstaltung zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.13/15/17/19). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Portfolio (20.000-40.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. LMU München SoSe 2016 Dr. Burghardt Anja