Uni-München
14. März 2017Vorlesung Vorlesung zum Erweiterungsmodul Computerlinguistik
Im ersten Teil wird gezeigt, wie man ein Fragment des Deutschen aus einfachen Aussagen und Fragen implementiert und deren Bedeutungen als logische Formeln und Lambda-Terme (unbenannte Funktionen) aus dem jeweiligen Syntaxbaum berechnet. Bei einer endlichen Interpretation (Datenbank) werden die Formeln...
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Jetzt Lernplan erstellenIm ersten Teil wird gezeigt, wie man ein Fragment des Deutschen aus einfachen Aussagen und Fragen implementiert und deren Bedeutungen als logische Formeln und Lambda-Terme (unbenannte Funktionen) aus dem jeweiligen Syntaxbaum berechnet. Bei einer endlichen Interpretation (Datenbank) werden die Formeln ausgewertet, sodaß man Fragen in natürlicher Sprache stellen und maschinell richtig beantworten kann. Das entspricht dem extensionalen Fragment der Montague-Grammatik (die nur Nominalphrasen im Singular umfaßt).
Im zweiten Teil werden Nominalphrasen im Plural erlaubt und semantische Mehrdeutigkeiten des Plurals betrachtet: das Prädikat im Plural als distributive Eigenschaft von Individuen (alle = jeder einzelne), als distributive Eigenschaft von Individuenpaaren (alle = je zwei verschiedene), und als reziproke (distributive symmetrische) Eigenschaft von Individuenpaaren. Welche Lesart bei einer Nominalphrase im Plural zu wählen ist, wird aus lexikalischer Information über die semantischen Typen von Nomen und Verben berechnet.
Im dritten und letzten Teil wird die Semantik auf Diskurse, d.h. Satzfolgen, ausgedehnt. Hier geht es darum, die Bedeutung von Personalpronomen zu bestimmen, indem man aus dem (Links-)Kontext die möglichen Bezugsnominalphrasen und -Eigennamen berechnet und unter den syntaktisch möglichen Bezügen die semantisch sinnvollen aussondert. Dazu werden Diskurse durch Formeln mit einem Kontext aus Objektnamen repräsentiert und in diesen -Diskursrepräsentationsstrukturen- nach Kandidaten für die Pronomen gesucht; die semantischen Typen im Lexikon werden zur Einschränkung der Kandidaten benutzt.
W3-Professur für Computerlinguistik (Univ. Prof. Dr. Hinrich Schütze)
LMU München
SoSe 2015
Dr.
Leiß Hans