Uni-München
14. März 2017Vorlesung Was tun Politisches Theater und Öffentlichkeit Theater und Öffentlichkeit Englhart
Was tun? – Diese Frage stellte Milo Rau unlängst, er warf, durchaus polemisch, einigen heutigen Theatermachern Zynismus, Bequemlichkeit, (unbewusste) Anpassung an herrschende wirtschaftliche sowie politische Strukturen und generell Utopielosigkeit vor. Zugleich scheinen sich neue Orte, Medien oder Foren der Öffentlichkeit...
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Jetzt Lernplan erstellenWas tun? – Diese Frage stellte Milo Rau unlängst, er warf, durchaus polemisch, einigen heutigen Theatermachern Zynismus, Bequemlichkeit, (unbewusste) Anpassung an herrschende wirtschaftliche sowie politische Strukturen und generell Utopielosigkeit vor. Zugleich scheinen sich neue Orte, Medien oder Foren der Öffentlichkeit zu bilden, im weiten Feld zwischen traditioneller Bühne, Plattformtheatern, Alltagstheatralität, Internet, performativ-öffentlichen Protestformen auf den Straßen der Metropolen etc. Zur Diskussion stehen so wirksame Formen des Öffentlich-Politischen zwischen Repräsentation und Überschreitung, Drama und Theatertext, Rollenspiel und Performance oder Liveart – vereinfacht: zwischen politisches Theater oder Theater politisch machen. In der Vorlesung werden wir uns dem spannenden Thema historisch wie systematisch, aus ästhetischer und institutioneller, gesellschaftspolitischer wie ökonomischer Perspektive nähern: vom Dionysostheater und Chor der Tragödie in der Polis Athen über das ‚natürliche’ Schauspielen bis zu Stadtteilprojekten Björn Bickers und den Experten des Alltags bei Rimini Protokoll, von Weimar bis zur (Neo-)Avantgarde, von Artaud, Piscator und Brecht bis Schechner, Castorf und Stemann, von Johan Simons bis Matthias Lilienthal, von Thomas Ostermeier bis René Pollesch, mit den Skandalen durch Schiller, Nestroy, Hochhuth, Peymann oder Castellucci.
Literatur zur Einführung:
Christopher Balme: The Theatrical Public Sphere, Cambridge 2014.
Andreas Englhart: Das Theater der Gegenwart, München 2013.
Hans-Thies Lehmann: Das Politische Schreiben, Berlin 2012.
Erwin Piscator: Das politische Theater, Reinbek 1979.
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Zur Vorlesung gibt es erstmals ein kursübergreifendes Begleit-Tutorium -Dokumentartheater: Das Unfassbare fassbar machen- zur Vertiefung und Ergänzung.
W3-Professur für Theaterwissenschaft (Univ. Prof. Dr. Christopher Balme)
Pflichtvorlesung BA Theaterwissenschaft und BA Kunst, Musik, Theater, 9 ECTS für das Modul -Theater und Gesellschaft- (mit Seminar -Rezeption und Wirkung des Theaters-);
Im NF bitte WP 48 nur in Verbindung mit WP 47 belegen, um insgesamt 60 ECTS zu erreichen.
LMU München
SoSe 2015
PD Dr. phil.
Englhart Andreas phil