Uni-Hannover
14. März 2017Was ist gute politische Bildung Leitbilder in der politischen Bildung und Möglichkeiten ihrer Realisierung in Schule und Politikunterricht
Nach einer Klärung – unter Berücksichtigung der Prä-Konzepte der Teilnehmer -, warum und wozu politische Bildung notwendig ist und wie und mit welchen Inhalten es gelingen kann, die politische Dimension des Politikunterrichts zu stärken, geht es vor allem im Seminar...
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Jetzt Lernplan erstellenNach einer Klärung – unter Berücksichtigung der Prä-Konzepte der Teilnehmer -, warum und wozu politische Bildung notwendig ist und wie und mit welchen Inhalten es gelingen kann, die politische Dimension des Politikunterrichts zu stärken, geht es vor allem im Seminar darum, Grundanliegen der Politischen Bildung zu thematisieren und kritisch zu reflektieren. Zentrales Ziel ist es dabei, wichtige Leitbilder politischen Lernens in ihren theoretischen Facetten unter den Bedingungen eines globalisierten und entfesselten Kapitalismus und unter verstärkten Prozessen der Entdemokratisierung näher zu betrachten. Unter solchen Voraussetzungen gilt es dann auszuloten, welche Möglichkeiten der Realisierung solcher Ziele in der Schule mit ihrer spezifischen institutionellen -Grammatik- überhaupt bestehen.
Im weiteren Verlauf des Seminars soll von einer aktuellen Problembeschreibung über Tendenzen und Probleme der Politischen Bildung in der Bundesrepublik Deutschland, um sich dann auf bestimmte Leitbilder wie Mündigkeit, Demokratie, Emanzipation, Partizipation, Bildung etc. zu konzentrieren und ihre Ambivalenz jenseits funktionaler Entleerungen und normativen Überhöhungen und Vereinseitigungen zu analysieren und evtl. neu zu fassen. Dabei wird auch die Erosion traditioneller Leitbilder der politischen Bildung angesprochen, um daraus Konsequenzen aus einem solchen Legitimationsverlust zu ziehen, z. B. Unsicherheiten im Professionsverständnis von politischen Bildnern. Wie kann eine -Philosophie- des Faches heute aussehen? Welche Bedeutung kommt der Fachdidaktik und der Fachwissenschaft dabei zu? Ist damit die Frage nach der Professionalität der Lehrenden annähernd bestimmt, ist im Anschluss nach Möglichkeiten und Grenzen der Politischen Bildung in der Schule und im Politikunterricht zu fragen. In diesem Kontext soll dann Raum gegeben werden für eigenständige Überlegungen einer Neukonstruktion, für ein Denken in Alternativen, aber auch zu einem realistischen Ausloten vorhandener Grenzen und Widersprüche Politischer Bildung angesichts der gesellschaftlichen Funktionen der bestehenden Schule und unter den Bedingungen einer unvermeidbaren Bewertungsubiquität. Das Selbstverständnis und die Rolle der Politiklehrerin, des Politiklehrers soll dabei immer mitgedacht und mitreflektiert werden.
Angesichts des verfügbaren Zeitrahmens wird es unumgänglich sein, sich zu Beginn des Seminars auf bestimmte Leitvorstellungen, die untersucht werden sollen, zu verständigen. Eine zu Beginn des Seminars als Übersicht vorgelegte Matrix über den Ablauf der Veranstaltung soll dazu Vorschläge unterbreiten, z. B. in einer Konzentration auf das Paradigma -Demokratie-Lernen-, das in besonderer Weise anschlussfähig ist an nationale und europäische Diskurse. Dazu kommen Fragen, was den Kern der Politischen Bildung ausmacht und wo dieser Kern stattfinden sollte. Auf Wunsch der Teilnehmer kann auch auf Fragen der konkreten Unterrichtsplanung im Fach Politik/Wirtschaft eingegangen werden.
Politik, Bachelor Tech. Edu.
FD, Anmeldung unter Stud.IP
Universität Hannover
SoSe 2016
Institut für Politische Wissenschaft
Dr.
Röken Gernod