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Uni-München
14. März 2017

Wissenschaftliche Übung Der russische Postsymbolismus Zwischen Dionysos und Apollon

Diese Veranstaltung ist als eine systematisch-vergleichende Typologie des russischen Postsymbolismus gedacht. Im Fokus steht vorwiegend die akmeistische Gilde -Cech potov-, aber auch Dichter, die ihnen ähnlich waren, ohne der Gruppierung anzugehören, werden betrachtet. Die Vertreter des russischen Akmeismus galten als...

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Diese Veranstaltung ist als eine systematisch-vergleichende Typologie des russischen Postsymbolismus gedacht. Im Fokus steht vorwiegend die akmeistische Gilde -Cech potov-, aber auch Dichter, die ihnen ähnlich waren, ohne der Gruppierung anzugehören, werden betrachtet. Die Vertreter des russischen Akmeismus galten als die ersten Künstler, die die Poesie des vorhergehenden Symbolismus -überwunden- hatten. Da deren Kunst noch keine avantgardistischen Charakterzüge aufwies, lässt sich ihr Schaffen als postsymbolistisch bezeichnen. Sie demonstrierten Techniken der -Vergegenständlichung-, die zum Teil in eine ausgewogene skulpturhafte Apollinik mündeten (A. Achmatova, O. Mandel’stam). In den Begriffen des M. Kuzmin strebte diese dinghafte Moderne eine -klaristische- Perspektive sowohl in der Bildgestaltung als auch in der Form an. Gleichzeitig blieben bei Autoren wie M. Vološin, I. Severjanin oder M. Cvetaeva lyrische Suggestionen maßgebend, die, nach der bekannten Dualität Nietzsches, das dionysische Element repräsentieren. Dabei handelt es sich um Inventionen, die Traumvorstellungen, rauschhafte Dissonanzen und Schöpfungsintensität vermitteln. Exemplarisch wirkt in diesem Sinne der Kontrast zwischen dem logozentrischen, ebenmäßigen Vers von Achmatova und den liedhaften Improvisationen bei Cvetaeva. Lakonische Verse einerseits und Überfluss an Assoziationen andererseits, hochpoetisches und zugleich alltägliches Wort – diese Merkmale illustrieren gerade die Gegenpole im Kontext des russischen Postsymbolismus. Alle Kunstgriffe bezweckten jedoch das gemeinsame Ziel der ünstler: eine neue Realistik der Darstellung zu erreichen. Die Besprechung ausgewählter Primärtexte unterschiedlicher Stilrichtungen sowie programmatischer Manifeste soll die theoretische Auseinandersetzung mit den russischen Postsymbolisten vervollständigen. Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation Bachelor: Hausarbeit (ca. 30.000 Zeichen) mit Benotung 6 ECTS-Punkte Master: 2 wiss. Protokolle (ca. 8000 Zeichen) und Thesenpapier (ca. 6000 Zeichen) bestanden/nicht bestanden 6 ECTS-PUnkte B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. LMU München SoSe 2016 PD Dr. Kazakova Svetlana