Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-München
14. März 2017

Wissenschaftliche Übung Écriture du neutre Texte zur Theorie des Neutrums Blanchot und Barthes

Der Begriff des Neutrums bildet einen Kernpunkt des Denkens von Maurice Blanchot und Roland Barthes. Über die in ihren Texten zerstreute, mehr oder weniger explizite Auseinandersetzung mit diesem Begriff begründet sich eine unsystematische Theorie des Neutrums, die spätestens mit Barthes’...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Der Begriff des Neutrums bildet einen Kernpunkt des Denkens von Maurice Blanchot und Roland Barthes. Über die in ihren Texten zerstreute, mehr oder weniger explizite Auseinandersetzung mit diesem Begriff begründet sich eine unsystematische Theorie des Neutrums, die spätestens mit Barthes’ 1977/78 gehaltener Vorlesung über Le Neutre deutlich sichtbar wird. Es handelt sich beim Neutrum um eine der Grammatik entnommenen Kategorie, dem Genus nämlich, das sich dem Maskulinum und Femininum gegenüberstellt. Das Neutrum bildet den dritten Term, der wörtlich weder das eine noch das andere (ne-uter) bezeichnet und sich so zunächst allein über seinen Zwischenstatus bestimmen lässt. Das Neutrum wird als Ausweichen aus der paradigmatischen Ordnung definiert, als Bewegung also, die sich gegen das Paradigma als -ressort du sens- wendet. Darin liegt jedoch keineswegs eine einfache Negation des Sinns. Vielmehr artikuliert sich im Neutrum eine unablässig suspendierende Bewegung, eine Kraft, die der Herrschaft des Sinnes zu entkommen sucht. Dem Neutrum wird damit ein Begehren zugeschrieben, das sich gegen das grundsätzlich Behauptende der Sprache wendet und ein Verhältnis zum Unbekannten einnimmt, um sich so -hors de toute finalité imaginable- (Barthes) zu situieren. Hierin wird es zum Inbegriff des Literarischen schlechthin. Die Übung widmet sich über die Lektüre ausgewählter Texte und Textabschnitte von Barthes und Blanchot der Befragung des Neutrums und der Annäherung an diese rätselhafte und zentrale Kategorie. Vor dem Hintergrund, dass dieser Begriff eine Grundkategorie ihrer literaturtheoretischen Schriften bildet, versteht sich der Lektürekurs zugleich als Einführung in zentrale Texte und Begriffe der beiden Autoren. Französischkenntnisse sind erwünscht, bilden jedoch keine Voraussetzung für die Teilnahme. Allerdings sollte die Bereitschaft bestehen, sich mit dem französischen Original auseinanderzusetzen und sich Grundbegriffe anzueignen. C4-Professur für Romanische Philologie unter besonderer Berücksichtigung der französischen und spanischen Literatur sowie der romanischen Mediävistik (Univ. Prof. Dr. Bernhard Teuber) B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. LMU München SoSe 2016 Sohns Hanna