Uni-München
14. März 2017Wissenschaftliche Übung Von Altgläubigentum Apokalypse und Utopie die Kite 382 Legende in der russischen Kultur
Nach einer alten Legende, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem in Kreisen des russischen Altgläubigentums im Gebiet Ninij Novgorod äußerst beliebt war, wurde während des Tatarensturms im Wolgagebiet allein eine Stadt von Gott vor der Zerstörung bewahrt, indem...
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Jetzt Lernplan erstellenNach einer alten Legende, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem in Kreisen des russischen Altgläubigentums im Gebiet Ninij Novgorod äußerst beliebt war, wurde während des Tatarensturms im Wolgagebiet allein eine Stadt von Gott vor der Zerstörung bewahrt, indem sie – als Belohnung für die besondere Rechtgläubigkeit ihrer Bewohner – mit dem Wasser eines Sees bedeckt wurde. Diese lange Zeit nur regional bedeutsame Kite-Legende erlangte zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine gesamtrussische Bekanntheit, da vermehrt Vertreter der russischen Intelligencija sich für das Thema begeisterten.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht vor allem die Bedeutung der Stadt Kite und des mit ihr verbundenen Sees (Svetlojar) im frühen 20. Jahrhunderts, in dem der Mythos im künstlerischen Kontext von Symbolismus und Avantgarde verschiedene Aktualisierungen erfahren hat. Geplant sind folgende Themenschwerpunkt:
• Ethnographisches Schrifttum über Reisen zum See Svetlojar im 19. und 20. Jahrhundert (Pavel Mel’nikov-Peerskij, Michail Prišvin u.a.)
• Die Kite-Oper von Rimskij-Korsakov: ein russischer Parsifal?
• Symbolistische Aneignung des Kite-Mythos (insbes. Dmitrij Merekovskij, Zinaida Gippius)
• -Kite-: ein Endzeitmythos zwischen Urzeitparadies und Apokalypse während der Oktoberrevolution
• -Kite- und andere mystische Orte (-Belaja Indija-, -Inonija-) bei den russischen Bauerndichtern (Andrej Kljuev, Sergej Esenin)
• Unsichtbare oder versunkene Stadt? Kite als achaisch-mythischer und religiöser Ort im russischen Denken
Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
MA Slavistik:
Thesenpapier (ca. 6000 Zeichen) und Hausarbeit (ca. 30000 Zeichen) mit Benotung
Sie erhalten 6 ECTS-Punkte.
LMU München
SoSe 2015
Dr.
Niederbudde Anke