Uni-Siegen
14. März 2017Wolframs von Eschenbach Parzival Mittelalterliches Erzählen im Spannungsfeld von Sakralisierung und Säkularisierung
Der am Anfang des 13. Jahrhunderts entstandene Parzivalroman Wolframs von Eschenbach muss als eines der zentralen Erzählwerke des deutschen Mittelalters gelten. Bemerkenswert ist hier nicht allein die schon dem französischen Vorlagentext Chrétiens de Troyes eigene Um- und Ausgestaltung, die das...
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Jetzt Lernplan erstellenDer am Anfang des 13. Jahrhunderts entstandene Parzivalroman Wolframs von Eschenbach muss als eines der zentralen Erzählwerke des deutschen Mittelalters gelten. Bemerkenswert ist hier nicht allein die schon dem französischen Vorlagentext Chrétiens de Troyes eigene Um- und Ausgestaltung, die das Strukturschema des Artusromans in der Konfrontation mit der Gralsqueste erfährt, bemerkenswert ist darüber hinaus auch die eigene Konzeption, die allein Wolfram seiner Erzählung gegeben hat. Nicht allein erfindet er eine Elterngeschichte des Helden, sondern er allein versieht dessen Biographie mit einem Netz von Verwandtschaftsbeziehungen, in dem jede der zahlreichen Figuren aufgehoben ist und das die gesamte bekannte Welt des Hochmittelalters umfasst. Und der ganz eigenen Kompilation von arthurischer Aventiurewelt und christlich-konnotierter Gralswelt, wie sie der Stoff vorsieht, schenkt der Autor ebenfalls seine besondere Aufmerksamkeit. Von daher soll der Gestaltung von Figuren und Welten im Parzival im Spannungsbogen von Sakralisierung und Säkularisierung besondere Aufmerksamkeit zuteil werden. Aus der Perspektive einschlägiger kulturtheoretischer Arbeiten (G. Agamben, C. Taylor) soll vor allem die literarische Konstruktion dieses Spannungsbogens am Beispiel von Figur-, Ding- und Weltdarstellung diskutiert werden. Darüber hinaus sollen wichtige Themen und Episoden vor dem Hintergrund der aktuellen Forschung erörtert werden. Solche Themen wären: Eigen- und Fremddarstellung im Parzival, Erziehung im Parzival, Frauenfiguren des Parzival etc. Die Übernahme eines kurzen mündlichen Referats ist Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ebenso wie die Lektüre des Romans vor Beginn des Seminars.
Deutsch, LA Berufskolleg, PO 2004
Universität Siegen
WiSe 2010/11
Literature, Culture and Media, LCM-Medieval German, Master, PO 2005
Literaturwissenschaft: Literatur, Kultur, Medien, Mittelhochdeutsch, Master, PO 2009
Univ.-Prof. Dr.
Schausten Monika