Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Kassel
14. März 2017

Workshop Dokumentarische Methode

Der Workshop findet an beiden Tagen in der Nora-Platiel-Str. 1 Raum 1306 statt. Erhebungen von Gesprächen in unterschiedlichen, individuenzentrierten oder gruppenförmigen Settings haben in der qualitativen Sozial- und Bildungsforschung zunehmende Bedeutung gewonnen. Je nachdem, wie Initiierung und Leitung von Interviews...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Der Workshop findet an beiden Tagen in der Nora-Platiel-Str. 1 Raum 1306 statt. Erhebungen von Gesprächen in unterschiedlichen, individuenzentrierten oder gruppenförmigen Settings haben in der qualitativen Sozial- und Bildungsforschung zunehmende Bedeutung gewonnen. Je nachdem, wie Initiierung und Leitung von Interviews oder Gruppendiskussionen vorgenommen werden, unterscheiden sich die methodisch-technischen Überlegungen ebenso wie die Interpretations- und Generalisierungsmöglichkeiten. Bei der Dokumentarische Methode handelt es sich um ein Analyse- und Interpretationsverfahren der qualitativen Sozialforschung, das vor allem bei Gruppendiskussionen, narrativen Einzelinterviews, aufgezeichneter Alltagskommunikation, Beobachtungsprotokollen oder auch Bild- und Videoanalysen sinnvoll und ertragreich eingesetzt werden kann. Die Methode beruht auf der Annahme, dass zwei Wissensebenen – das -kommunikative- und das -konjunktive- Wissen (Karl Mannheim) – das alltägliche Verhalten der Menschen leiten. Neben dem explizierbaren alltagspraktischen Wissen, über das sich die Handelnden / Interaktionsteilnehmer (-kommunikativ-) verständigen können, findet sich zugleich ein implizites Wissen (tacit knowledge, Hintergund-Orientierungen) der Beteiligten, das durch Erziehung, Sozialisation, Milieu oder Erlebnisräume geprägt wird. Dieses -konjunktive- Wissen - sozial konstruiert und habitualisiert – kann sehr verhaltenswirksam sein ohne dass es den Beteiligten reflexiv verfügbar wäre und steht daher im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Ihr forschungsstrategisches Grundgerüst und wichtige Aspekte der zur Verfügung gestellten Auswertungsmöglichkeiten sollen im Workshop anhand praktischer Beispiele – gerne unter Beachtung von Material, Fragen, Problemstellungen und Forschungsideen aus dem Kreis der Teilnehmenden – nach Möglichkeit aus dem Bereich -Medienanalyse, Peersozialisation und Medien- erprobt werden. Einleitend werden wichtige Grundannahmen und theoretische Voraussetzungen der interpretativen Sozialforschung, wenn Interesse besteht auch im Hinblick auf von Teilnehmenden geplante Forschungsvorhaben, diskutiert. Przyborski, Aglaja 2004: Gesprächsanalyse und dokumentarische Methode. Qualitative Auswertung von Gesprächen, Gruppendiskussionen und anderen Diskursen. Wiesbaden Deppermann, Arnulf 2008: Gespräche analysieren. Wiesbaden (4.Auflage) FB 01 Institut für Erziehungswissenschaft Uni Kassel WiSe 2014/15 Empirische Bildungsforschung Prof. Dr. Schmitz von Hülst Dirk