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Uni-Kassel
15. März 2017

Zu schön um wahr zu sein Wahrnehmung Deutung und Bewertung des Schönen

-Zu schön, um wahr zu sein?- Diese Redensart verweist auf eine Person oder Situation, die alle Erwartungen übersteigt, gleichzeitig verbindet sich mit der Formulierung auch ein Kontrast zwischen dem ‚Ideal

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-Zu schön, um wahr zu sein?- Diese Redensart verweist auf eine Person oder Situation, die alle Erwartungen übersteigt, gleichzeitig verbindet sich mit der Formulierung auch ein Kontrast zwischen dem ‚Ideal' und einer ‚Wirklichkeit', die den Erwartungen nicht zu entsprechen vermag. Schönheitshandeln und Schönheitsdarstellung bewegen sich im -Zur-Schau-stellen- des Schönen also immer zwischen Extremen: wie Befreiung und Unterdrückung, wie Besonderheit und Normalisierung, wie Produktion und Reproduktion. Mediale Diskurse prägen dabei die jeweiligen Schönheitsbilder einer Gesellschaft auf besondere Weise mit, da sie sowohl kulturell geformte Konzepte des Schönen aufnehmen, diese jedoch auch bearbeiten, variieren und erweitern. Die jeweils angelegten Maßstäbe für die Bewertung des Ideals sind aber abhängig von der Wahrnehmung, Auswahl und Bewertung der Dimensionen des Schönen, die sich je nach kulturhistorischem Kontext wandeln können. In diesem Seminar sollen verschiedene Inszenierungspraktiken des Schönen in ihrer gesellschaftlichen, narrativen und handlungsbezogenen Funktion und Dynamik vom Mittelalter bis zur Gegenwart genauer betrachtet werden. Im Fokus stehen dabei aus dem Bereich der mittelalterlichen Literatur vor allem Heldenepos, höfische Romane und Märe und diese werden neuzeitlichen Märchenerzählungen, filmischen Adaptionen und aktuellen TV-Genres vergleichend gegenübergestellt. Das Seminar fragt somit gattungs- und zeitübergreifend nach Kriterien und Kategorien des Schönen und untersucht Überlagerungen von genderspezifischen, hierarchisierenden, moralisierenden, status- und altersbezogenen Wertungen im -Schönen-Schein-.

Degele, Nina: Sich schön machen. Zur Soziologie von Geschlecht und Schönheitshandeln. Wiesbaden 2004. Koppetsch, Cornelia (2000): Die Verkörperung des schönen Selbst. Zur Statusrelevanz von Attraktivität, in: Koppetsch, Cornelia (Hg.): Körper und Status. Zur Soziologie der Attraktivität, Konstanz: UVK-Verlagsgesellschaft, 99-124. Penz, Otto: Schönheit als Praxis. Über klassen- und geschlechtsspezifische Körperlichkeit. Frankfurt a. M., New York, 2010. Posch, Waltraud: Projekt Körper. Wie der Kult um die Schönheit unser Leben prägt. Frankfurt a. M. 2009. Bemerkung Litwiss 2.1, 2.2, 2.3 Leistungsnachweis Die Leistungsnachweise sind gemäß der jeweiligen Modulprüfungsordnung zu erbringen. FB 02 Institut für Germanistik Die Leistungsnachweise sind gemäß der jeweiligen Modulprüfungsordnung zu erbringen. Uni Kassel WiSe 2013/14 Germanistik binational Dr. Schul Susanne