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Uni-Siegen
15. März 2017

Inszenierter Zufall: Störung Spiel Aleatorik in der bildenden Kunst

Zufall und verwandte Begriffe wie Störung, Spiel, Aleatorik, Nicht-Wissen stehen für das Unvorhersehbare und das Unverfügbare. Die Konzepte der Plötzlichkeit, des Ereignisses, der Kontingenz und der Präsenz, für die Literaturwissenschaft bereits vielfach aufgearbeitet, verweisen auf das Unberechenbare und Momenthafte von...

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Zufall und verwandte Begriffe wie Störung, Spiel, Aleatorik, Nicht-Wissen stehen für das Unvorhersehbare und das Unverfügbare. Die Konzepte der Plötzlichkeit, des Ereignisses, der Kontingenz und der Präsenz, für die Literaturwissenschaft bereits vielfach aufgearbeitet, verweisen auf das Unberechenbare und Momenthafte von Zufall. Es sind diese Qualitäten, die den Zufall zugleich zum unverzichtbaren Komplizen und zum unberechenbaren Gegenspieler in jedem kreativen Prozess machen, insbesondere wenn es darum geht, Grenzen zu überschreiten, Neues zu ent-decken oder hervorzubringen . Die Versuche, in der bildenden Kunst mit Zufallsverfahren Neuland zu erobern, sind in der Praxis äußerst vielfältig. Der inszenierte Zufall wird neben dem -Künstler als Autor- zur -zweiten schöpferischen Instanz-. Er zeigt sich etwa in der Anwendung von Störungen bekannter Abläufe, im Abstecken von Spielräumen und in der Verwendung von nicht-systematischen Operationen, die zu unvorhersehbaren, zufälligen Ergebnissen oder Prozessen führen. Häufig hat der Zufall eine Affinität zum Abfall oder zum Unfall. Erste Ansätze zu einer Taxonomie von Zufallsverfahren in der bildenden Kunst unterscheiden Zufall als Strategie zur Bildfindung von Zufall als Strategie der Bildgenerierung. Unter Berücksichtigung der aktuellen Theoriediskussion zum Zufall wollen wir zunächst anhand von Einzelfällen den Einsatz von Zufall, Störung, Aleatorik und Verwandtem u.a. bei Leonardo da Vinci, Alexander Cozens, Justus Kerner, einigen Vertretern des Tachismus, Marcel Duchamp, Kurt Schwitters, Hans Arp, Max Ernst, Jackson Pollock, Niki de Saint Phalle, Daniel Spoerri, Dieter Roth, Jean Tinguely, John Cage und Gerhard Richter analysieren und anschließend danach fragen, ob und wie sich eine Taxonomie von Zufallsverfahren in der Kunst gewinnen lässt.

Kunst Die Teilnahme an der Einführungsveranstaltung ist Voraussetzung für die weitere Teilnahme an dem Blockseminar!!! Der Erwerb eines Leistungsnachweises erfolgt durch eine Hausarbeit. Universität Siegen WiSe 2013/14 Priv.-Doz. Dr. Quast Antje