Welche Musik hilft beim Lesen und Lernen?
Ich würde gerne wissen, ob Musik beim Lesen eher störend oder vielleicht sogar förderlich sein kann. Hilft die Musik beim Lesen und Lernen ? Falls ja - wleche , falls nein - warum?
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Meinen Aktionsplan erstellenIch würde gerne wissen, ob Musik beim Lesen eher störend oder vielleicht sogar förderlich sein kann. Hilft die Musik beim Lesen und Lernen ? Falls ja – welche, falls nein – warum?
Ich würde gerne wissen, ob Musik beim Lesen eher störend oder vielleicht sogar förderlich sein kann.
Hilft die Musik beim Lesen und Lernen ? Falls ja – welche, falls nein – warum?
Die Musik ist ein unerlässlicher Bestandteil unseres Lebens. Die Tatsache, dass die Musik die Menschen begleitet schon seit dem wir uns aufrecht auf zwei Beinen bewegen können, ist ein wahres Beispiel dafür.
Die Untersuchungen der letzten Jahre haben bewiesen, dass die Musik einen sehr positiven Einfluss auf das Lernen hat. Leider eignet sich nicht jede Musikrichtung als Lernbegleiter.
Erstmal die Antwort auf die Frage:
- welche Musik beim lernen eher stört und warum?
Die Musikrichtungen der heutigen Generation, also Pop, Rock, Hip Hop, Funky, Metal, usw. haben eher ablenkenden Einfluss auf das Lernen. Der Grund dafür ist: Sie sind zu aggressiv, sehr schnell, mit Unmengen von Texten versehen und sollte man z.B. für eine Prüfung lernen und das Radio im Hintergrund laufen lassen, dann kommen noch die Nachrichten dazu (die wiederum eine neue Informationsquelle bedeuten) und im Endeffekt schaltet das Gehirn ständig zwischen dem zu lernenden Stoff und den Informationen oder Musik die gerade aus dem Radio kommt.
Eine große Rolle spielt hier die Konzentration. Wir selbst jedoch bestimmen in welche Richtung die Konzentration gelenkt werden soll. Dies bedeutet also, dass wenn man beim Lernen die TOP – 40 hört, wird man nur schwer in der Lage sein, sich auf nur eine Aufgabe zu konzentrieren. Das Ergebnis ist: das Gehirn behält die Informationen nur anteilig, bisschen vom Radiohören und bisschen vom Stoff den wir zur Prüfung beherrschen sollen.
Kurz gesagt – vom Musikhören beim Lernen und Lesen ist eher abzuraten – mit einer Ausnahme : Barockmusik.
Dies betrifft jetzt den zweiten Teil der Frage: Welche Musik fördert das Lernen und warum?
Der bulgarische Pädagoge und Psychologe Georgi Lozanov hat in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts eine Lernmethode erfunden bei der die Barockmusik eine gravierende Rolle übernahm. Das gesamte Lernsystem nach Lozanov wurde dann Suggestopädie genannt. Heutzutage nennt man die Suggestopädie auch das „Super learning".
Lozanov hat beobachtet, dass bestimmte Barockmusikstücke die beim Lernen im Hintergrund abgespielt wurden, das Lernen unglaublich fördern. Seine Methoden wurden empirisch untersucht und es wurde festgestellt, dass es möglich ist mit der Barockmusik das Lernen sogar um das 25 Fache zu beschleunigen. Wobei nicht nur die Geschwindigkeit eine Rolle spielte, sondern die Qualität. Die lernenden Personen könnten noch lange Zeit nach der Lernperiode das Erlernte problemlos wiedergeben. Er hat die Methoden verfeinert und angepasst und spezielle „aktive" und „passive Lern-Konzerte" entworfen.
Bei diesen Lernkonzerten werden verschiedenen Barockmusikstücke eingesetzt. Somit hat er die Musik auf dreifache Weise in das Lernen implementiert:
1. Die Einführungsmusik die beim Einstieg in das Lernen den Probanden helfen soll, hat beruhigende und entspannende Wirkung und hilft den Alpha-Zustand (die Gehirn-Wellen im Bereich zwischen 8 und 12 Hz.) zu erreichen. In diesem Zustand ist das Gehirn besonders aufnahmefähig.
2. Als „aktives Konzert" – die Informationen werden im Takt der Musik gelesen.
3. und als „passives Konzert" – die Informationen (z.B. Fremdsprachen CD wird angehört mit der Begleitung von Largo-Sätzen von Vivaldi, Bach oder Corelli.
Musik Stücke die man beim Lesen und beim wiederholen im Hintergrund abspielen kann:
Aktive Konzerte
1. Beethoven – Geigenkonzert D-Dur. OP.61
2. Tschaikowski Konzert b-Moll
3. Mozart Konzert Nr. 7 D-Dur
4. Haydn Symphonie Nr. 69 und 67
5. Beethoven Klavierkonzert V Es-Dur
Passive Konzerte
1. Corelli – Concerti Grossi,
2. Händel „Wasser-Musik"
3. J.S. Bach Fantasien G-Dur
4. Vivaldi „Fünf Konzerte"
Warum hilft die Barockmusik beim Lernen?
Die Barockmusik zeichnet etwas aus. Die Stücke haben meistens Tempo 60-70 Schläge pro Minute. Manche Quellen verbinden dieses Tempo mit dem „Alpha-Zustand" des Gehirns. Deshalb ist es einfacher auch den Zustand mit Barockmusik zu erreichen. Den Alphazustand kann man auch mit Meditation erreichen, dafür braucht man jedoch ziemlich lange Einarbeitungszeit.
Titel: Stroh im Kopf? Vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer
Autor: Vera F. Birkenbihl
ISBN: 3636070673
Ehrlich eingeordnet: Was Musik beim Lernen wirklich tut
Die Idee der „Superlearning"-Methode mit Barockmusik war in den 1970ern populär – die spektakulären Versprechen (etwa ein Vielfaches schnelleres Lernen) haben sich in heutigen Studien allerdings nicht bestätigt. Auch das Bild vom „Alpha-Zustand" ist stark vereinfacht.
Was sich dagegen verlässlich zeigt: Musik mit Text stört beim Lernen am meisten, weil die Sprache im Kopf mit dem Lernstoff konkurriert. Ruhige Instrumentalmusik kann manchen helfen, indem sie Umgebungsgeräusche überdeckt – aber das ist sehr individuell. Manche lernen in Stille am besten.
Mein Rat: Probier es selbst aus. Wenn Musik, dann ohne Text und eher leise. Wichtiger als die Musik ist, dass du in einen ruhigen, konzentrierten Arbeitsfluss kommst – und der ist erlernbar.