Uni-Düsseldorf
14. März 2017Aufbauseminar Mediale Ökologien
Der ökologische Gedanke (Tim Morton) scheint im medienkulturwissenschaftlichen Diskurs wie in angrenzenden Disziplinen seit einiger Zeit ubiquitär und zentral geworden zu sein. Wir sprechen von Ökologien von Praktiken, Ökologien der Macht und der Materie, von Ökologien der Empfindungen, von Techno-Ökologien...
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Jetzt Lernplan erstellenDer ökologische Gedanke (Tim Morton) scheint im medienkulturwissenschaftlichen Diskurs wie in angrenzenden Disziplinen seit einiger Zeit ubiquitär und zentral geworden zu sein. Wir sprechen von Ökologien von Praktiken, Ökologien der Macht und der Materie, von Ökologien der Empfindungen, von Techno-Ökologien und von Ökologien der Dinge, des Geistes, der Affekte und natürlich der Medien. Kurzum: eine neue Semantik der Ökologie (Erich Hörl) hat sich herausgebildet, die sich verschiedentlich und an unterschiedlichsten Orten artikuliert. Über seine biologische Fundierung und assoziative Bindung an den Begriff der Natur hinausgetrieben, verweist der Begriff der Ökologie auf grundsätzlichere, der Aufteilung in Natur und Kultur vorhergehende relationale Zusammenhänge der Emergenz. Dies bedeutet unter anderem, dass dem Begriff der Ökologie auch ein Nachdenken über mediale Zusammenhänge innewohnt, welches wir im Seminar entfalten wollen.
Warum also ist der Begriff der Ökologie so wichtig für die rezente Theoriebildung? Welche Konstellationen und Beziehungen erlaubt er zu denken und zu beschreiben? Wovon grenzt sich eine solcherart verstandene Konzeption und Perspektivierung von Phänomenen und Prozessen ab? Und auf welche gegenwärtigen Transformationen unserer sozio-kulturellen medien-technologischen Wirklichkeit reagiert er? Drückt sich im Begriff der Ökologie ein neues Verständnis unseres Seins-in-der-Welt aus? Diese Fragen werden für uns leitend sein.
Wir werden uns im Seminar mit Texten, Konzeptionen und Problemen einer neu sich artikulierenden, ökologisch gefassten Medienkulturwissenschaft auseinandersetzen. Das Seminar ist als Lektüreseminar konzipiert. Die Bereitschaft, komplexe Texte zu lesen und sich mit diesen sowohl eigenständig als auch in den Seminardiskussionen auseinanderzusetzen, wird also vorausgesetzt. Ziel des Seminars ist es, ein grundlegendes Verständnis für aktuelle Diskurse und Zusammenhänge der Medienkulturwissenschaft zu vermitteln und gemeinsam konzeptuelle Werkzeuge für die Beschäftigung mit gegenwärtigen Medienkulturen zu entwickeln.
Vorbereitende Literatur:
- Guattari, Félix. (2012). Die Drei Ökologien. Wien: Passagen Verlag.
- Hörl, Erich. (2013). Tausend Ökologien. Der Prozess der Kybernetisierung und die Allgemeine Ökologie. In: The Whole Earth. Kalifornien und das Verschwinden des Außen, hrsg. v. Diedrich Diederichsen and Anselm Franke, Berlin 2013: Sternberg Press. S. 121-130.
- Morton, Timothy. (2010). The Ecological Thought. Cambridge/London: Harvard University Press.
Institut für Medien- und Kulturwissenschaft
Universität Düsseldorf
WiSe 2015/16
Linsenmeier Maximilian Maria