Uni-Düsseldorf
14. März 2017Seminar Kelsen Reine Rechtslehre
Der österreichische Rechtswissenschaftler und Philosoph Hans Kelsen (1881-1973) darf neben H.L.A. Hart als einflussreichster Vertreter des modernen Rechtspositivismus gelten. Im Fokus des Seminars steht die überarbeitete und deutlich erweiterte Fassung seines erstmals 1934 erschienenen Hauptwerks Reine Rechtslehre aus dem Jahre...
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Jetzt Lernplan erstellenDer österreichische Rechtswissenschaftler und Philosoph Hans Kelsen (1881-1973) darf neben H.L.A. Hart als einflussreichster Vertreter des modernen Rechtspositivismus gelten. Im Fokus des Seminars steht die überarbeitete und deutlich erweiterte Fassung seines erstmals 1934 erschienenen Hauptwerks Reine Rechtslehre aus dem Jahre 1960. Die Überlegungen von Hans Kelsen sind in verschiedener Hinsicht der Rechtsphilosophie Immanuel Kants verpflichtet.
In der reinen Rechtslehre behandelt Kelsen u.a. die Frage, worin die wesentlichen Charakteristika rechtlicher Normen bestehen, die eine Abgrenzung von anderen Normtypen ermöglichen. Mit seiner Idee einer Grundnorm, in der der Stufenbau des Rechts seinen Abschluss findet, leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Diskussion um die Geltungsbedingungen rechtlicher Normen. Ferner hat Kelsen eine Willenstheorie subjektiver Rechte entwickelt, die einen wichtigen Kontrapunkt zu der vielfach vertretenen Interessentheorie subjektiver Rechte setzt. Eingehend erörtert wird im Seminar auch das Verhältnis, in dem Kelsen zufolge Moral oder Gerechtigkeit auf der einen Seite und das positive Recht auf der anderen Seite zueinander stehen.
Die Veranstaltung ist insbesondere für Studierende im dritten oder fünften Semester geeignet, die bereits Vorkenntnisse im Bereich der Rechtsphilosophie oder der Politischen Philosophie, z. B. durch den Besuch einer Einführungsvorlesung, erworben haben. Zu Semesterbeginn wird in elektronischer Form ein Reader zur Verfügung gestellt, der alle im Seminar behandelten Texte enthält.
Philosophie (BA, PO 2011) Ergänzungsfach
Universität Düsseldorf
WiSe 2016/17
Univ.-Prof. Dr.
Dietrich Frank