Uni-München
14. März 2017Basiskurs Proseminar Basisseminar Lateinische Literatur I Prosa
Gruppe 01 (Hömke): Plinius d. J. und seine Lebenswelt im Spiegel seiner Briefe Inhalt: In 247 kunstvoll geformten Briefen an Freunde, Bekannte, Verwandte sowie 121 Schreiben seines amtlichen Briefwechsels mit Kaiser Trajan gewährt uns Gaius Plinius Caecilius Secundus wertvolle Einblicke...
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Jetzt Lernplan erstellenGruppe 01 (Hömke): Plinius d. J. und seine Lebenswelt im Spiegel seiner Briefe
Inhalt: In 247 kunstvoll geformten Briefen an Freunde, Bekannte, Verwandte sowie 121 Schreiben seines amtlichen Briefwechsels mit Kaiser Trajan gewährt uns Gaius Plinius Caecilius Secundus wertvolle Einblicke in die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse des späten 1. und frühen 2. Jhs. n. Chr. Mit einer Auswahl aus beiden Corpora werden wir uns im Seminar auseinandersetzen, jedoch nicht so sehr mit Blick auf den quellenkundlichen Wert, wie dies vor allem im Hinblick auf die berühmten Vesuvbriefe und den Christenbrief geschehen ist. Stattdessen werden wir die Erzähltechniken, Darstellungsmechanismen und rhetorischen Mittel analysieren, mit deren Hilfe Plinius uns seine private Lebenswelt (incl. Ehefrau, Onkel Plinius d. Ä. und luxuriöser Villa am Meer) sowie seinen Berufsalltag als Gerichtsredner, Politiker, kaiserlicher Beamter und Schriftsteller veranschaulicht und dabei sein Selbstverständnis als Angehöriger der hochgebildeten, traditionsbewussten, eng vernetzten römischen Oberschicht formuliert.
Ablauf: Vor Semesterbeginn wird eine Themenliste ausgelegt, in die Sie sich für ein Kurzreferat (zu einem realkundlichen oder gattungsgeschichtlichen Hintergrundthema) und für einen Anteil an einer Sitzungsleitung über eine Briefpassage eintragen. Diese Passage kann Grundlage Ihrer späteren Hausarbeit werden. Erwartet werden außerdem regelmäßige Präsenz, intensive mündliche Mitarbeit, Diskussionsfreude und solide häusliche Vorbereitung.
Literatur: Verbindliche Textausgabe: C. Plinii Caecili Secundi Epistularum libri novem. Epistularum ad Traianum liber. Panegyricus. Ed. M. Schuster / R. Hanslik. 3 Leipzig 1958 (Bibl. Teubn.; ND Stuttgart/Leipzig 1992, Berlin 2012). Kommentare: A.N. Sherwin-White: The Letters of Pliny. A Historical and Social Commentary. London / Oxford 1966; C. Whitton: Pliny the Younger. Epistles. Book II. Cambridge 2013. Sekundärliteratur: L. Castagna / E. Lefèvre (Hgg.): Plinius der Jüngere und seine Zeit. München 2003; R.K. Gibson / R. Morello: Reading the Letters of Pliny the Younger. An Introduction. Cambridge 2012.
Gruppe 02 (Uhle): Seneca, Epistulae morales
Bei Senecas Epistulae morales handelt es sich um 124 Briefe an den (fiktiven?) Adressaten Lucilius, in denen philosophische Themen und Probleme, insbesondere der richtigen Lebensführung, verhandelt werden. Anhand einiger Briefe des ersten und zweiten Buchs (Briefe 1-21) werden wir uns mit wichtigen Charakteristika der hellenistischen, insbesondere der stoischen, Philosophie sowie mit der Gattung des literarischen Briefs auseinandersetzen.
Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden die Übernahme einer Sitzungsleitung (inklusive Kurzreferat) und das Verfassen einer Seminararbeit sowie regelmäßige Anwesenheit und gründliche Textvorbereitung erwartet.
Textausgabe: L. Annaei Senecae Ad Lucilium epistulae morales , rec. L.D. Reynolds, tomus I (libri I-XIII), Oxford 1965.
Gruppe 03 (Cordes): Das Bild des Kaisers Claudius in Senecas Consolatio ad Polybium und Apocolocyntosis
Im Seminar werden wir uns mit zwei Werken auseinandersetzen, in denen sich Seneca in ganz unterschiedlicher Weise über den Kaiser Claudius äußert: In der Consolatio ad Polybium wendet er sich aus dem Exil auf Korsika an einen hohen Beamten am Hof des Kaisers. Offizieller Anlass für die Trostschrift ist der Tod von Polybius’ Bruder. In vielen Passagen spielt die Tröstung jedoch eine untergeordnete Rolle, stattdessen deutet Seneca mit einem übersteigerten Lob des Kaisers unverkennbar die Bitte um Begnadigung an. Ein ganz anderes Herrscherbild zeichnet Seneca dagegen in der Satire Apocolocyntosis , die er nach Claudius’ Tod verfasste: Hier erscheint der Kaiser nicht mehr als milder, gottgleicher Herrscher, sondern als stotternder Dummkopf und willkürlicher Tyrann.
Im Seminar werden wir untersuchen, mit welchen literarischen und rhetorischen Mitteln dieses unterschiedliche Herrscherbild in den Texten jeweils konstruiert wird. Zudem werden wir uns mit den Charakteristika der jeweiligen Gattung der Texte, der antiken Prosakonsolatorik und der menippeischen Satire, vertraut machen.
Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden die Übernahme einer Sitzungsleitung (inklusive Kurzreferat) und das Verfassen einer Seminararbeit sowie regelmäßige Anwesenheit und gründliche Textvorbereitung erwartet.
Textausgaben (obligatorisch): L. Annaei Senecae Dialogorum libri duodecim , rec. L.D. Reynolds, Oxford 1977 (u.ö.); L. Annaei Seneca ΑΠΟΚΟΛΟΚΥΝΤΩΣΙΣ, ed. R. Roncali, Leipzig 1990.
Kommentare: Th. Kurth, Senecas Trostschrift an Polybius. Ein Kommentar, Stuttgart/Leipzig 1994; Seneca, Apocolocyntosis, ed. P. T. Eden, Cambridge 1984.
Uhle, Tobias , Dr.
LMU München
SoSe 2015
Cordes Lisa Sophie