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Uni-München
14. März 2017

Vertiefungskurs Hauptseminar Vertiefungsseminar Lateinische Literatur Oberstufe

Gruppe 01 (Hömke): Das römische Epyllion Inhalt: Auch wenn die Bezeichnung modern ist, hat sich das römische Epyllion in der frühen Kaiserzeit zu einem populären und facettenreichen epischen Subgenre entwickelt. Drei besonders lohnende Beispiele wurden für die Seminararbeit ausgewählt: zwei...

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Gruppe 01 (Hömke): Das römische Epyllion Inhalt: Auch wenn die Bezeichnung modern ist, hat sich das römische Epyllion in der frühen Kaiserzeit zu einem populären und facettenreichen epischen Subgenre entwickelt. Drei besonders lohnende Beispiele wurden für die Seminararbeit ausgewählt: zwei Texte aus der Appendix Vergiliana , nämlich Culex (Stechmücke erscheint einem Hirten im Traum und beschwert sich über ihren märtyrerhaften, aber ungewürdigten Tod) und Ciris (Scylla verrät aus Liebe ihr Heimatland Megara und wird dafür in den Seevogel ciris verwandelt); außerdem der spätantike Cupido cruciatus des Ausonius (Cupido gerät in der Unterwelt mit den weiblichen Opfern seiner Liebesintrigen aneinander). Wir werden uns intensiv mit der allgegenwärtigen Intertextualität zum (vergilischen bzw. ovidischen) Prätext beschäftigen, die parodistische Wirkungsabsicht hinterfragen, die Erzählerposition und die besondere sprachliche Gestaltung analysieren und uns in die Stilistik und Erzähltechnik pseudepigraphischer Texte einarbeiten. Ablauf: Vor Semesterbeginn wird eine Themenliste ausgelegt, in die Sie sich für ein Kurzreferat (zu Hintergrundthemen, Verfasserfrage etc.) und einen Anteil an einer Sitzungsleitung über eine Textpassage eintragen. Diese Passage kann Grundlage Ihrer späteren Hausarbeit werden. Erwartet werden außerdem regelmäßige Präsenz, intensive mündliche Mitarbeit, Diskussionsfreude und solide häusliche Vorbereitung. Literatur: Ein Reader mit der verbindlichen Textgrundlage wird kurz vor Semesterbeginn als Kopiergrundlage zur Verfügung gestellt. Kommentare: S. Seelentag: Der pseudovergilische Culex. Text – Übersetzung – Kommentar. Stuttgart 2012; R.O.A.M. Lyne: Ciris. A Poem attributed to Vergil. Cambridge 1978 (ND pb. 2004); P. Dräger: Decimus Magnus Ausonius. Sämtliche Werke. Bd. 2: Trierer Werke. Trier 2011. Sekundärliteratur: N. Holzberg (Hg.): Die Appendix Vergiliana . Pseudepigraphen im literarischen Kontext. Tübingen 2005; I. Peirano: The Rhetoric of the Roman Fake. Latin Pseudepigrapha in Context. Cambridge 2012; N.G. Davis: Cupid at the Ivory Gates. Ausonius as a Reader of Vergil’s Aeneid , in: Colby Quarterly 30.3, 1994, 162-170. Gruppe 02 (Wiener): Statius, Thebais Statius will mit seinem Epos der Sieben gegen Theben explizit in die Fußstapfen der Aeneis treten. Wie ist das möglich mit einem Thema, das mit der römischen Geschichte so gar nichts zu tun hat? Steht es nicht mit der Bürgerkriegsthematik eher in der Nachfolge des Lucan? Und passt der Tyrann Eteocles nicht viel besser zu den Figuren, wie wir sie aus Senecas Tragödien kennen? Die Intertextualität und die Frage der Bezüge zwischen Tragödie und epischem Erzählparadigma werden uns vor allem in diesem Seminar beschäftigen. Ein Reader mit der Auswahl an Texten, die im Kurs näher besprochen werden sollen, wird den Teilnehmern des Seminars zu Semesterbeginn zur Verfügung gestellt. Mir wäre es sehr wichtig, dass die Teilnehmer sich bereits inhaltlich in die römische Epik eingelesen haben. Mit der Übersetzung von Otto Schönberger ist eine Gesamtlektüre der Thebais auf Deutsch leicht möglich. Wichtig sind aber vor allem solide Kenntnisse der Aeneis, die Sie in den Semesterferien auf Deutsch gelesen haben sollten. Ich erlaube mir, in der ersten Sitzung einen Test zum Inhalt von Thebais und Aeneis zu schreiben. Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation LMU München SoSe 2015 Prof.Dr. Wiener Claudia