Uni-Siegen
14. März 2017Baukasten zu einer Theorie der Literatur Medien
Geht jeder technische Fortschritt vom Kriege aus? Hat Walter Benjamin das Trash-TV vorausgesehen? Was hätte Michel Foucault von den dort, wie vor einem frühneuzeitlichen Dorfrichter, auftretenden -infamen Menschen- gedacht? War Hölderlin wirklich verrückt oder war er einfach ein verhinderter Jakobiner,...
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Jetzt Lernplan erstellenGeht jeder technische Fortschritt vom Kriege aus? Hat Walter Benjamin das Trash-TV vorausgesehen? Was hätte Michel Foucault von den dort, wie vor einem frühneuzeitlichen Dorfrichter, auftretenden -infamen Menschen- gedacht? War Hölderlin wirklich verrückt oder war er einfach ein verhinderter Jakobiner, der sich durch seinen Wahnsinn tarnte? Warum musste J.M.R. Lenz Weimar nach seiner -Eseley- (Goethe) verlassen? Und: Was genau war diese -Eseley-? Benötigt der Poet Frauenopfer um den kreativen Prozess in Gang zu bringen? Stieg Gottfried Benn deshalb hier und da -in den Hades hinab- (Klaus Theweleit)? Was hat die Schrift dem TV, dem gemalten Bild, der Musik voraus? Was bedeutet Schreiben aus dem -unmittelbaren Sozialvorgang- heraus? Warum ist der Mensch bei Friedrich Kittler ein -sogenannter Mensch-? Warum sieht Hans Magnus Enzensberger seine alte Forderung (jeder Empfänger ein Sender und umgekehrt) im Web 2.0 nicht eingelöst? Was hat dies wiederum mit Bertolt Brechts -Radiotheorie- zu tun? Wer bezahlte Heinrich von Kleist und weshalb brachte er sich um? Warum sollte sich eine progressive politische Bewegung um die Massenmedien kümmern? Wieviele Glas Rotwein schafft ein Hochschulprofessor vor seiner ersten Sprechstunde? Und warum haben Kinder im Hörsaal (und beim Rave...) eigentlich nichts verloren?
Wir werden uns im Seminar mit diesen und anderen literatur- und medientheoretischen Fragen und den daran anknüpfenden Thesen auseinandersetzen und uns, anhand bestimmter Texte/Textaussschnitte, ein Bild diverser ingeniöser Literatur- und Medientheorien/-theoretiker und ihrer Rezeption (im deutschsprachigen Raum) machen. Der im Titel erwähnte -Baukasten- verweist dabei nicht nur auf den berühmten Aufsatz Hans Magnus Enzensbergers aus dem Kursbuch -Ästhetische Fragen- (1970), sondern durchaus auch auf den fragmentarischen und mitunter praktischen Charakter der Ausführungen.
Die Teilnahme am Seminar bedingt ihre Bereitschaft ein gewisses Lesepensum in Kauf zu nehmen und auch vor anspruchsvolleren Texten nicht zurückzuschrecken!
Die entsprechende Literatur wird rechtzeitig bekannt gegeben und (nach Möglichkeit) im Semesterapparat bereitgestellt.
Germanistik - Neuere deutsche Literaturwissenschaft II
Beachten Sie, dass Sie diesen Kurs nach den Prüfungsordnungen ab 2011 nicht besuchen dürfen, wenn Sie die für dieses Modulelement laut Fachspezifischen Bestimmungen und Modulhandbuch notwendigen Voraussetzungen noch nicht erfüllen.
Universität Siegen
SoSe 2015
Dipl.-Soz.päd.
Gringmuth Sven Dipl Soz.päd