Uni-Düsseldorf
14. März 2017Seminar Lust
Geht es Ihnen auch so, dass Sie Unlust vermeiden und Lust gewinnen wollen? Wenn ja, dann sind Sie nicht allein - mir geht es genauso. Viele behaupten sogar, dies sei ein Grundzug des Menschen, ja aller Lebewesen. Lust (und Unlust)...
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Jetzt Lernplan erstellenGeht es Ihnen auch so, dass Sie Unlust vermeiden und Lust gewinnen wollen? Wenn ja, dann sind Sie nicht allein - mir geht es genauso. Viele behaupten sogar, dies sei ein Grundzug des Menschen, ja aller Lebewesen. Lust (und Unlust) spielen demnach eine zentrale Rolle in unserem Leben. Aber was ist das eigentlich - Lust? Ist das ein Gefühl oder vielmehr eine Empfindung, oder ein Gefühl, das sich auf bestimmten Empfindungen, Lustempfindungen, aufbaut? Aber was ist eine Lustempfindung? Unter unseren Sinnesempfindungen kommt so etwas nicht vor. Wir sehen Farben, wir hören Töne, wir riechen Düfte etc., aber keiner unserer Sinne vermittelt uns Lusteindrücke. Diese stellen sich höchstens gleichzeitig ein, wenn wir bestimmte Sinnesempfindungen haben, quasi als zusätzliche Empfindungen. Aber worin bestehen diese Zusatzempfindungen, und wodurch werden sie hervorgerufen?
In diesem Lustseminar werden wir mit einer Phänomenologie der Lust beginnen. Was ist Lust, welche Formen der Lust gibt es, und wie läßt sich das alles adäquat von seinem Phänomenbestand her beschreiben? Danach wenden wir uns den biologischen Grundlagen der Lust zu und gehen der Frage nach, welche Rolle die Lust im Prozess der Evolution von Lebewesen spielt.
Philosophen haben die Lust als Thema nicht ausgespart. Von Platon über Kant bis in die Gegenwart hinein haben sich Philosophen immer wieder zur Lust geäußert. Was sie zur Lust zu sagen haben, und ob uns das weiterbringt, werden wir im zweiten Teil untersuchen.
Neben der Philosophie sind die Religionen ein wichtiger Bezugspunkt für unsere Einstellung zur Lust. Religionen stehen der Lust eher ablehnend gegenüber. Woher kommt diese Lustfeindschaft? Warum ist die Wollust eine Todsünde? Diese und ähnliche Fragen werden wir im dritten Teil erörtern.
Abschließend wollen wir versuchen, die richtige Einstellung zur Lust zu bestimmen. Dazu werden wir Konzepte einer hedonistischen Lebenseinstellung von der Antike (Epikur) bis zur aktuellen Gegenwart (Kanitscheider) zu Rate ziehen.
Wenn das Seminar erfolgreich verläuft, wird jeder, der regelmäßig teilgenommen hat, hinterher ein lustvolleres Leben führen als vorher - und das ganz ohne schlechtes Gewissen. Versprochen.
Wolfgang Rother, Lust - Perspektiven von Platon bis Freud, Basel 2010.
Bernulf Kanitscheider, Das hedonistische Manifest, Stuttgart 2011.
Philosophie (BA, PO 2011) Kernfach
Universität Düsseldorf
SoSe 2016
Dr.
Lechner Jochen