Uni-Kassel
14. März 2017Blockseminar Das Paar in der empirischen Sozialforschung
Seit einiger Zeit gewinnt die Paarbeziehung als Untersuchungsgegenstand der empirischen Sozialforschung an Bedeutung. Die Popularisierung des Paares in der sozialwissenschaftlichen Auseinandersetzung geht nicht zuletzt auf die Erkenntnis zurück, dass geschlechtliche Zuordnungen in Interaktionen zwischen Subjekten hervorgebracht werden, wobei der Paarbeziehung...
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Jetzt Lernplan erstellenSeit einiger Zeit gewinnt die Paarbeziehung als Untersuchungsgegenstand der empirischen Sozialforschung an Bedeutung. Die Popularisierung des Paares in der sozialwissenschaftlichen Auseinandersetzung geht nicht zuletzt auf die Erkenntnis zurück, dass geschlechtliche Zuordnungen in Interaktionen zwischen Subjekten hervorgebracht werden, wobei der Paarbeziehung eine zentrale Bedeutung zukommt. Beispielsweise, wenn Subjekte frisch verliebt sind und um einander besonders gut zu gefallen, Geschlechternormen als Orientierungshilfe heranziehen oder wenn in die Paarbeziehung ein erstes Kind geboren wird, für welches die Eltern die besten Voraussetzungen schaffen möchten. In solchen biographischen Umbruchsphasen werden für Frauen und Männer auf der Ebene gesellschaftlicher Verhältnisse unterschiedliche Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten bereitgestellt. Wollen wir die Interaktionen in Paarbeziehungen verstehen, müssen wir sie also auf die Rahmenbedingungen beziehen, welche für die Paare in ihrem jeweiligen Lebensabschnitt relevant sind.
In dem Seminar gehen wir der Frage nach, welchen Einfluss sozioökonomische sowie wohlfahrtsstaatliche Rahmenbedingungen auf den Alltag, die Arbeitsteilung und die Geschlechterkonstruktionen von heterosexuellen Paaren haben. Das Seminar setzt sich aus drei thematischen Blöcken zusammen. Im ersten Block nähren wir uns dem Themenkomplex der Liebe, der Geschlechterdifferenzierung sowie der Arbeitsteilung aus einer theoretischen Perspektive. Im zweiten Block widmen wir uns emprischen Studien, welche Paarbeziehungen aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick genommen haben. Im dritten Block befassen wir uns mit dem Paarinterview. In Kleingruppen interpretieren wir einige Sequenzen hinsichtlich der Frage, welche Bedeutung strukturelle Rahmenbedingungen bei der Konstituierung von Geschlechterdifferenz zukommt.
Regine Gildemeister und Günther Robert (2008): Geschlechterdifferenzierungen in lebenszeitlicher Perspektive. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
FB 01 Institut für Sozialwesen
Uni Kassel
WiSe 2016/17
Lehrveranstaltungspool FB 01
Dr. des.
Haller Lisa Yashodhara des