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Uni-Siegen
14. März 2017

locating web

Seit einiger Zeit wissen Suchmaschinen nicht mehr nur, WAS im Netz zu finden ist, sondern immer genauer auch, mit welchen realen Orten diese Informationen verknüpft sind, also kurz: WO sich etwas in real-räumlicher Hinsicht befindet. Ebenso entwickelt sich der Ort,...

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Seit einiger Zeit wissen Suchmaschinen nicht mehr nur, WAS im Netz zu finden ist, sondern immer genauer auch, mit welchen realen Orten diese Informationen verknüpft sind, also kurz: WO sich etwas in real-räumlicher Hinsicht befindet. Ebenso entwickelt sich der Ort, an dem sich ein Internetnutzer gerade befindet, zum wichtigen Faktor für Anbieter von Webservices. In bescheidenen Fällen variiert vielleicht je nach Ort des Abrufs einer Website nur die automatische Spracheinstellung der Site, in ausgeprägten Varianten aber kann Ihnen z.B. Ihr Smartphone gezielt nicht nur Sonderangebote im Umkreis von nur 150m um Ihren aktuellen Standort anzeigen, sondern weiß darüber hinaus sogar, dass der nächste Parkplatz aber leider über 500m weit weg ist - und zeigt Ihnen, wie Sie am effizientesten dorthin kommen. Solche Dienste basieren auf einer grundlegenden Praxis, die unter den Stichworten Georeferenzierung oder Geocodierung zusammen gefasst wird und letztendlich auf der Zuweisung von raumbezogenen Informationen zu Daten beruht. Dass sich Georeferenzierung derzeit rasant zu einem der wichtigsten und zukunftsträchtigsten Paradigmen im Netz entwickelt, verdankt sich einer Reihe von Faktoren: • Zum einen bedarf es für solche Dienste brauchbaren Karten-, Bild- und Datenmaterials (bekanntermaßen betreibt z.B. Google erheblichen Aufwand, um solche Materialien herzustellen bzw. aufzubereiten). • Zum zweiten müssen diese Dienste aber auch einer breiten Masse zur Verfügung gestellt werden - und -Verfügung- meint dabei, dass die Dienste möglichst leicht -anschlussfähig- gemacht werden müssen, um von Webdesignern und -produzenten in eigenen Projekten eingesetzt werden zu können. Tatsächlich begegnen wir z.B. Karten von GoogleMaps täglich überall im Netz - ohne dass wir auch nur einmal die Seite von GoogleMaps aufgerufen hätten. Wie GoogleMaps bieten auch viele andere Dienste einfache Schnittstellen, mit denen auch sehr elaborierte Geo-Visualisierungen auf eigenen Webprojekten verwirklicht werden können. • Drittens schließlich leisten die Entwicklungen im Bereich der -harten Technik- den oben beschriebenen Tendenzen weiteren Vorschub: Zugriffsgeräte werden immer kleiner und mobiler (Smartphones, I-Pads etc.), viele dieser Geräte sind bereits mit GPS ausgestattet und der fortschreitende Ausbau von Breitband-Mobilfunknetzen macht mobiles, -entgrenztes- Surfen immer praktikabler. Im Seminar werden die Potentiale netzbasierter Georeferenzierung behandelt und praktisch ausgelotet: Wie lokalisiert man die Besucher einer Website? Wie integriert man (ggf. abhängig von nutzerspezifischen Daten) Kartenvisualisierungen in Websites? Wie gestaltet man solche Karten? Wie ergänzt man solche Karten mit eigenen Website-spezifischen Informationen? Wie analysiert man Geodaten (z.B. Reverse-GeoCoding: aus GPS-Koordinaten eine Adresse, PLZ, Ortsnamen oder ähnliches ermitteln)? Medienwissenschaft, Bachelor, PO 2006 Grundwissen in HTML und CSS, darüber hinaus sind keine Programmierkenntnisse nötig. Universität Siegen WiSe 2011/12 Dipl.-Medienw. Schemer Reinhard Timo Dipl Medienw