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Uni-Essen
14. März 2017

Blockseminar E3 IOS Väter gesucht Divergente Darstellungen der Vaterrolle in aktueller Jugendliteratur Cr 2-4

Inhalte: Vater, Mutter, Kind unter einem Dach – so -einfach- stellte sich Familie noch vor wenigen Jahrzehnten mit klar definierten geschlechtsbezogenen Rollenbildern dar. Stand der Vater im Römischen Reich noch dem ganzen Haus vor, ist er heute nicht mehr automatisch...

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Inhalte: Vater, Mutter, Kind unter einem Dach – so -einfach- stellte sich Familie noch vor wenigen Jahrzehnten mit klar definierten geschlechtsbezogenen Rollenbildern dar. Stand der Vater im Römischen Reich noch dem ganzen Haus vor, ist er heute nicht mehr automatisch der machtvolle Familienvorstand, der seine Vorrangstellung qua Geschlecht und Ernährerfunktion begründen kann. Sowohl in der wissen­schaftlichen als auch in der öffentlichen Diskussion existieren unterschiedliche Vaterbilder; dabei ist der sog. -Neue Vater-, mit dem seit einigen Jahren eine positive Väterlichkeit in Bezug auf gezeigte Vaterliebe und Alltagsverantwortung verbunden wird, bis heute nicht ausdifferenziert. In der heutigen Gesellschaft definieren sich Frauen und Mütter als moderne Fami­lien­managerinnen neu, während die Männer und Väter dagegen immer schlechter dastehen. In diesem Spannungsfeld zwischen positivem Bild der Frau und einem von Konflikten bestimmten Bild des Mannes bewegt sich die Kinder- und Jugendliteratur. Diese ist nicht selten ein Spiegel der Wirklichkeit – oft ist sie ihr sogar einen Schritt voraus, indem sie Neues literarisch ausprobiert. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Vaterfigur vor allem im Jugendbuch rar gemacht. Bei konfliktreichen und unvollständigen Familienkonstellationen fehlt auffällig oft die Position des väterlichen Erziehers, was vermutlich daran liegt, dass es in unserer Gesellschaft so viele alleinerziehende Mütter gibt, dass ihr Fehlen fast schon als normal gilt. Im Seminar setzen wir uns mit dem Bedeutungsverlust des Vaters sowohl historisch als auch sozio­logisch auseinander, untersuchen seine psychologische Bedeutung vor allem im Jugendalter, um dann anhand ausgewählter Primärtexte die Darstellung des Vaters im aktuellen Jugendbuch zu analy­sieren. Es sollen u.a. folgende Fragen diskutiert werden: Spiegeln sich die gesellschaftlich ge­lebten diver­genten Vaterrollen in den Texten wider? Welche Bedeutung hat der Vater bei den jugendlichen Protagonisten über­haupt? Probieren sie literarisch aus, wie -moderne- Vater­schaft aus­sehen könnte? Ist die -Suche nach dem Vater- literarisch abgeschlossen? Lernziele: Studierende sind in der Lage, den väterlichen Bedeutungsverlust historisch-soziologisch nachzu­voll­ziehen und die Kennzeichen heutiger gelebter Vaterschaft darzustellen und zu diskutierten. Sie ver­fügen über ein Instrumentarium zur Interpretation von Primärtexten und können soziologische, sozio­kulturelle und psychologische Erkenntnisse der Wissenschaft auf die Jugendbücher übertragen, diese analy­sieren, interpretieren und bewerten. Bürki, Gisela (2004): Wenn Kinderbuch-Väter sprechen... Eine gesprächslinguistische Analyse zum Vaterbild im Kinderroman (1945-2000). Tübingen: Francke (Basler Studien zur deutschen Sprache und Literatur, 84). Biernath, Christine (2008): Leben auf Sparflamme. Stuttgart: Gabriel. Biernath, Christine (2010): Keinen Schlag weiter! Frankfurt, M: Fischer-Taschenbuch-Verl. Bredow, Katarina von (2001): Kratzspuren. Weinheim: Beltz & Gelberg. Cazemier, Caja (2002): Echt Emma oder ganz der Vater? Düsseldorf: Aare by Sauerländer Dunker, Kristina (2011): Anna Eisblume. Weinheim: Beltz & Gelberg. Gerber-Hess, Maja (2001): Patchwork-Familie. München: Omnibus Gerrits, Angela (2009): Achtzehn. Stuttgart: Thienemann. Hennig Lange, Alexa von (2006): Ich habe einfach Glück. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch-Verl. Meyer-Dietrich, Inge (1999): Immer das Blaue vom Himmel. Würzburg: Arena-Verl. Stehle, Katrin (2011): Das Gegenteil von fröhlich. Stuttgart: Gabriel. Steinhöfel, Andreas (2006): Die Mitte der Welt. Hamburg: Carlsen SemApp. Nr. 84, Standort Essen, GW/GSW, 2. OG. Zugangsdaten für Online-Material werden bei der Vorbesprechung bekannt gegeben. Studium liberale (E3) In E3 nicht geeignet für: 2-Fach GeiWi Bereitschaft, sich intensiv mit literarischen wie literaturtheoretischen Texten auseinander zu setzen. Studienleistung zum Erwerb von ECTS-Credits: Regelmäßige Teilnahme, vorbereitende Textlektüre (2 Cr.) oder Referat mit Thesenpapier (auf max. 5 begrenzt) oder 6-seitiges Essay (je 3 Credits) oder 10-seitige Hausarbeit (4 Credits – inkl. eigen­ständiger Recherche und Nutzung weiterführender Literatur, nur bei Vorerfahrung mit wissen­schaft­lichem Schreiben zu empfehlen). In E3 ist regelmäßige, aktive Teilnahme mit Vor-/Nachbereitung neben dem erfolgreichen Bestehen Voraus­setzung zum Scheinerwerb. Geduldet wird eine entschuldigte (!) Fehlzeit von max. 3 Zeitstunden bei Blockveranstaltungen. Universität Duisburg-Essen WiSe 2014/15 Bachelor, Bachelor M.A. Spahn Kristina M.A