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Uni-Essen
14. März 2017

Blockseminar Metaphysik versus Quantenphysik Hirnforschung in philosophisch historischer Perspektive

Inhalte: Mit Bezug auf die aktuelle Hirnforschung sollen der philosophische und der naturwissenschaftliche Diskurs aus historischer Perspektive zusammengeführt werden. Die übergeordnete Fragestellung lautet, ob die auf Hochtechnologien basierende Hirnforschung ein neues Menschenbild erschaffen wird. Dekonstruiert sie damit den Begriff der...

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Inhalte: Mit Bezug auf die aktuelle Hirnforschung sollen der philosophische und der naturwissenschaftliche Diskurs aus historischer Perspektive zusammengeführt werden. Die übergeordnete Fragestellung lautet, ob die auf Hochtechnologien basierende Hirnforschung ein neues Menschenbild erschaffen wird. Dekonstruiert sie damit den Begriff der -persönlichen Identität-? Legt das functional Magnetic Resonance Imaging in Newtons Spektralfarben pietätlos offen, was seit Menschengedenken verborgen war? Philosophischtheologische Denksysteme rangen Jahrhunderte um das Verhältnis zwischen Körper, Geist und Seele. Wie gestaltet sich das wechselseitige Verhältnis zwischen Philosophie und Neurowissenschaften, die, -explanans explanandum-, das Organ Gehirn neu erforschen? Die Resultate könnten den Abschied vom -Ich- als übergeordneter Instanz mensch¬lichen Denkens und Handelns bedeuten. Welche Überlegungen ergeben sich daraus? Vermag die Philosophie Interpretationshilfen zu bieten? Es wird eine philosophische Basis erarbeitet, die die moderne Hirnforschung ethisch und wissenschaftshistorisch kontextualisiert. Die antike Metaphysik, Augustinus‘ Gedanken über das Gedächtnis und die Mystik Meister Eckharts werden fundamentale Ansätze bieten. Einen zentralen Platz wird die Reformation einnehmen. Ihr Gedankengut schuf zum einen die Konstruktion der -Person-, des -Selbst- und des -Ich- und brachte zum anderen den englischen Empirismus hervor. Jakob Böhme als weit¬gehend unbekannte Quelle Immanuel Kants soll ebenso behandelt werden wie Sir Isaac Newton als -Begründer neuzeitlichen Denkens- (Einstein). Rationalismus und Aufklärung stehen für die Hinwendung zum puren Wissenschaftsglauben. Die Geschichte der Quantenphysik wird als Grund¬voraus¬setzung der heutigen Hirnforschung thematisiert. Diese wird abschließend auf Basis der Roth/Singer/Habermas-Debatte (2004) aus geisteswissenschaftlicher Sicht zur Diskussion stehen. Lernziele: Studierende sind befähigt, den Kontext der Neurowissenschaften in ihren Traditionssträngen zu (er)kennen, zu analysieren und zu interpretieren. Sie können ausgewählte geisteswissenschaftliche Methoden anwenden. Born, Max, Die Relativitätstheorie Einsteins, Springer u.a. Berlin 2003, 7. Auflage, Erstveröffentlichung nicht benannt; 436 f. Habermas, Jürgen, Freiheit und Determinismus, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Vol. 52, 2004, Nr. 6, 871-890 Hauser, Christian, Selbstbewusstsein und Personale Identität. Positionen und Aporien ihrer vorkantischen Geschichte: Locke, Leibniz, Hume und Tetens, Friedrich Frommann Verlag, Stuttgart-Bad Cannstatt 1994, in: Forschungen und Materialien zur deutschen Aufklärung, ed. von Norbert Hinske, Band 7; 152 f. Hennen, Leonhard et alii, Einsichten und Eingriffe in das Gehirn. Die Herausforderung der Gesellschaft durch die Neurowissenschaft, in: Studien des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag – 24, Berlin 2008, 66 f. Roth, Gerhard, Aus der Sicht des Gehirns, Suhrkamp, Frankfurt/Main 2007, 134 f. Ruffing, Reiner, Einführung in die Geschichte der Philosophie, 2. Aufl. Paderborn 2007, 1. Aufl. 2004 Sem.-App. Nr. xxx; Meyer-Mahnkopf, xxx, Standort: Duisburg, FB LK: http://xxx (Angemeldete Teilnehmer erhalten die Login-Daten zum Online-Semesterapparat via E-Mail; Der Präsenzbestand im Apparat kann vor Ort ohne Login-Daten genutzt werden) Institut für Optionale Studien IOS Diese Veranstaltung ist im fachfremden Modul E3 nicht für Studierende des Fachs Philosophie geeignet. Interesse an der Thematik, aktive Teilnahme, obligatorische Teilnahme an der Vorbesprechung (Ein­füh­rung und Themenverteilung), Lesebereitschaft in der Vorbereitungsphase Kommunikations- und Diskussions­bereitschaft während des Seminars. Regelmäßige Teilnahme, 10min. Kurzreferat und zusätzlich wahlweise: zwei ‚summaries’ (3 Creditis) oder 2seitgiges Thesenpapier (3 Creditis); oder 6seitiges Essay (4 Credits); oder 10seitige Hausarbeit (5 Credits) In E3 ist regelmäßige, aktive Teilnahme mit angemessener Vor-/Nachbereitung Voraussetzung, um zur Prüfung zu¬ge¬lassen zu werden. Geduldet wird im IOS eine entschuldigte (!) Fehlzeit von max. 2x2 SWS bei regulären wöchentl. Veranstaltungen. Universität Duisburg-Essen WS 2009/10 Bachelor, Bachelor Dr. Meyer Mahnkopf Cordula