Uni-Essen
14. März 2017Seminar E3 GeiWi Germ Grundzüge der Literaturgeschichte II Künstlerliteratur vom 18 bis zum 21 Jahrhundert Cr 3-3
Inhalte: Künstlerfiguren spielen für die deutsche Literaturgeschichte in mehrfacher Hinsicht eine besondere Rolle: Als Helden v.a. narrativer Werke haben sie zur Herausbildung eines eigenen Genres beigetragen, das die deutschsprachige Literatur von anderen europäischen Literaturen unterscheidet. Zugleich lassen sich anhand von...
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Künstlerfiguren spielen für die deutsche Literaturgeschichte in mehrfacher Hinsicht eine besondere Rolle: Als Helden v.a. narrativer Werke haben sie zur Herausbildung eines eigenen Genres beigetragen, das die deutschsprachige Literatur von anderen europäischen Literaturen unterscheidet. Zugleich lassen sich anhand von Künstlerroman und -Erzählung wichtige Etappen der Ideen-, Sozial- und Ästhetikgeschichte nachzeichnen. Die Themen, die von und an den in der Regel männlichen Künstlerheroen verhandelt werden, reichen von Fragen der Kreativität über die Diskussion der gesellschaftlichen Position des Künstlers bsi zur Erörterung der Bedeutung von Kunst für das jeweils zeitgenössische Publikum und dessen Fähigkeit, Künstler und Kunstwerk angemessen wahrzunehmen.
Die Vorlesung spannt einen Bogen von frühen Künstlererzählungen der Romantik bis zu Texten des späten 20. Jahrhunderts und der unmittelbaren Gegenwart. Der Fokus wird auf problematischen Künstlerfiguren, schwierigen Schöpfungsprozessen und in ihrer Werkhaftigkeit fragwürdigen künstlerischen Hervorbringungen liegen.
Der Besuch der Vorlesung erleichtert Verständnis, literarhistorische Einordnung und die aspektorientierte Interpretation der behandelten Texte. Deren gründliche Lektüre kann sie nicht ersetzen.
Zur Vertiefung einzelner Fragestellung an konkreten Textbeispielen und zur Erprobung eigener Analyse- und Deutungskompetenzen sei auf das Seminar -Künstlerromane und -erzählungen in Romantik und Gegenwart- hingewiesen. Vorlesung und Semenar sind als komplementäre Ergänzungen bei der Erarbeitung eines literarhistorischen Motivfeldes und ästhetikgeschichtlicher Fragestellungen konzipiert.
Forschungsliteratur
Bosse, Heinrich: Dichter kann man nicht bilden. Zur Veränderung der Schulrhetorik nach 1770. In: Jahrbuch für Internationale Germanistik X. 1978. S. 80-125.
Ders.: Autorschaft ist Werkherrschaft. Über die Entstehung des Urheberrechts aus dem Geist der Goethezeit. Paderborn, München, Wien 1981.
Gabriele Feulner: Mythos Künstler. Konstruktionen und Destruktionen in der deutschsprachigen Prosa des 20. Jahrhunderts. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2010.
Alexandra Pontzen: Künstler ohne Werk: Modelle negativer Produktionsästhetik in der Künstlerliteratur von Wackenroder bis Heiner Müller: Berlin 2000
Jan-Peter Pudelek: Werk. In: Ästhetische Grundbegriffe. Hg. v. Karlheinz Bark u.a. Bd. 6 Stuttgart und Weimar 2005. S. 520-588.
Schmidt, Jochen: Die Geschichte des Genie-Gedankens in der deutschen Literatur, Philosophie und Politik 1750-1945. Bd. I: Von der Aufklärung bis zum Idealismus. Bd. II: Von der Romantik bis zum Ende des Dritten Reichs. Darmstadt 1985.
Michael Wetzel: Autor/Künstler. In: ÄGB. Bd. 1, Stuttgart, Weimar 2000. S. 480-544.
Studium liberale (E3)
Universität Duisburg-Essen
SoSe 2016
Professorin
Pontzen Alexandra