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Uni-Kassel
14. März 2017

Blockseminar NOCH FREIE PLÄTZE MIT SOFORTZULASSUNG Quantitative und qualitative Analyse von sozialen Situationen

IN DIESER LEHRVERANSTALTUNG WERDEN SIE SOFORT ZUGELASSEN UND MÜSSEN KEINE PRIORITÄTEN VERGEBEN. DIE VORBESPRECHUNG HAT BEREITS STATTGEFUNDEN, EINE TEILNAHME IST TROTZDEM NOCH MÖGLICH. Kurzdarstellung: Der Workshop besteht aus zwei Teilen, die soziale Situationen aus jeweils unterschiedlicher theoretischer und methodischer Perspektive...

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IN DIESER LEHRVERANSTALTUNG WERDEN SIE SOFORT ZUGELASSEN UND MÜSSEN KEINE PRIORITÄTEN VERGEBEN. DIE VORBESPRECHUNG HAT BEREITS STATTGEFUNDEN, EINE TEILNAHME IST TROTZDEM NOCH MÖGLICH.   Kurzdarstellung: Der Workshop besteht aus zwei Teilen, die soziale Situationen aus jeweils unterschiedlicher theoretischer und methodischer Perspektive beleuchten. Im ersten Teil werden soziale Situationen aus Sicht der quantitativen Bildungsforschung im Mittelpunkt stehen, während sie im zweiten Teil aus Sicht der qualitativen Bildungsforschung einerseits sowie der qualitativen Interaktions- und Wissenssoziologie andererseits betrachtet werden. Jeder der beiden Teile besteht aus zwei Modulen. In Modul 1 und 2 werden die Zusammenhänge zwischen der Zusammensetzung von Nachbarschaften und Schulkontexten einerseits und den unterschiedlichen Aspekten der Lebenschancen sowie dem Bildungserfolg von Jugendlichen andererseits behandelt. Modul 3 beschreibt den Beitrag von Tieren und Körpern zu sozialen Situationen und geht damit über das klassische dyadische Interaktionsmodell hinaus. Modul 4 stellt Goffmans Ansatz der sozialen Situation vor und analysiert den Umgang mit Heterogenität und die Herstellung von Differenzen in unterschiedlichen ethnographischen Studien wie zum Beispiel der Schule und dem Kindergarten. Jedes Modul besteht aus drei Vorlesungen auf unterschiedlichem Schwierigkeitsniveau. Jedes Modul wird durch einen Teil abgeschlossen, in dem die Teilnehmenden die erarbeiteten Inhalte praktisch anwenden. Studierende mit der Absicht des Erwerbs eines Leistungsnachweises sind zur Teilnahme an allen Teilen des Workshops eingeladen. Verpflichtend ist die Belegung von 14 Semesterwochenstunden. Dies kann durch die Teilnahme an einem gesamten Modul, die Belegung der Basis-, Aufbau- oder Vertiefungs-teile aller Module oder eine Kombination der Basis-, Aufbau- oder Vertiefungsteile verschiedener Module realisiert werden. Werden Teile eines Moduls belegt, so ist die Teilnahme an dem abschließenden praktischen Teil verpflichtend. Teil 1: Modul 1: Schulkontexte als soziale Situationen (Hartmut Ditton, LMU-München) In der Bildungsforschung haben Untersuchungen zur Bedeutung von Kontexten für Bildungserfolg und -ungleichheit eine lange Tradition. Zugleich werden sie mitunter höchst kontrovers diskutiert. Dabei ist unstrittig, dass substantielle Effekte von Kontexten zu erwarten sind und entsprechende korrelative Zusammenhänge werden regelmäßig nachgewiesen. Darüber, wie Kontextwirkungen zu interpretieren und erklären sind, besteht dagegen weniger Einigkeit. Insbesondere die Frage, über welche Mechanismen Kontexte Einfluss auf den Lernerfolg und auf Bildungschancen haben, ist keineswegs eindeutig oder abschließend beantwortet. In Modul 1 wird vorrangig auf Wirkungen der Kontexte Familie und Schule sowie deren Zusammenwirken eingegangen. Die Grundlage dafür bildet ein Modell zu schulischer Qualität (Ditton 2000). Mit eine Rolle spielen in diesem Zusammenhang auch in einem umfassenderen Kontext betrachtet - räumliche und regionale Differenzen der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs (Ditton und Krüsken 2006; Ditton 2014). Als vorbereitende Lektüre eignet sich der zusammenfassende Überblick zu Kontexteffekten und Bildungsungleichheit im Sammelband Bildungskontexte (Ditton 2013). Im praktischen Teil des Moduls sollen je nach Interesse der Teilnehmer die inhaltlichen und methodischen Anforderungen behandelt werden, die sich bei Untersuchungen zur Wirkung und Bedeutsamkeit von Kontexten stellen. Modul 2: Nachbarschaften als soziale Situationen (Jürgen Friedrichs, Universität zu Köln) Der Beitrag richtet sich darauf, Ergebnisse der Forschungen über die Effekte von Wohngebieten (neighbourhood effects) systematisch darzustellen. Im ersten Teil werden methodologische Probleme erörtert, z. B. die Wahl der räumlichen Einheit, die Zahl der Ebenen und sozialen Mechanismen. Weil die bisherigen Aufzählungen von Nachbarschaftseffekten unbefriedigend sind, wird eine methodologische Differenzierung von Gebietsmerkmalen und Mechanismen vorgeschlagen. Anschließend werden Ergebnisse empirischer Studien sowohl für die Typen von Eigenschaften als auch die sozialen Mechanismen dargestellt. Teilmodul 2.1 (Fr. 7.10., 9.30 12.30): Methodologie: Grundlagen Hier geht es darum, zu bestimmen, wie in Mehrebenenmodellen a) die Ebenen definiert sind, b) wieviel Ebenen einbezogen werden sollen und c) wie die Beziehungen zwischen den Ebe-nen (Kontext- und Aggregationseffekte) spezifiziert werden können, u.a. wie Merkmale des Kontextes auf Merkmale der Individuen wirken können. Dazu werden Modelle mit zwei und drei Ebenen dargestellt. Ausgangspunkt ist eine Explikation von Max Webers Protestanti-scher Ethik durch James S. Coleman. Teilmodul 2.1 (Fr. 7.10., 14.00 17.00): Empirische Studien Anhand von mehreren empirischen Studien aus der internationalen Literatur bei werden Kontexteffekte behandelt. Dabei wird auch auf das Problem der statistischen Verfahren eingegangen. Teilmodul 2.2 (Sa. 8.10., 9.30 12.30) Methodologie: Effekte und soziale Mechanismen Diskussion der Unterschiede zwischen Kontexteffekten und sozialen Mechanismen. Arten von Kontexteffekten; Spezifikation der Wirkungskette. Einige empirische Beispiele unter-schiedliche Effekte. Teilmodul 2.3 (Sa. 8.10., 14.00 15.30) Anwendungen In diesem Teil werden die erworbenen Kenntnisse auf praktische Forschungsprojekte angewendet. Mit den Teilnehmer/innen werden gemeinsam Forschungsdesigns für Studien über Kontexteffekte entwickelt, basierend auf Vorschlägen der Teilnehmer/innen. Anmerkung: Es trägt zum Gelingen des Kurses bei, wenn die Teilnehmer/innen die beiden einführenden Texte gelesen haben. Zudem sollten sie sich Themen für Forschungsprojekte überlegen. Teil 2: Modul 3: Intra-actions as social situations (Krzystof Konecki, Lodz University, Poland) A social situation goes beyond the classical concept of intentionality based on the model of interaction between two-human actors such as, for example, a hearer and a speaker. Instead, it can be characterized as an activity between many participants which comprises hearers, speakers and also silent actors. Within this framework, intra-actions between domestic animals and humans will be analysed as well as encounters with homeless people or yoga practices. The modul will address social situations from the perspective of Symbolic Interactionism, Grounded Theory and Situational Analysis of Adele Clark. Modul 4: Interaktion und Rahmen als sozialen Situationen (Christoph Maeder, PH Zürich) Erving Goffman bezeichnet soziale Situation als Grundeinheit von Interaktionen. Dieses Konzept wurde von Maeder in vielfältigen ethnographischen Studien aufgegriffen und für Soziologie und Sozialarbeitswissenschaft weiterentwickelt (vgl. z.B. Maeder 2008). In dem Workshop wird der Ansatz der sozialen Situation vorgestellt und mit Beispielen aus der qualitativen Bildungsforschung illustriert. Es wird gezeigt, wie Kontextualisierungspraktiken den Umgang mit Heterogenität und die Herstellung von Differenzen ermöglichen. Hierzu zählen z.B. die Beobachtungs- und Bewertungspraktiken des Lehrpersonals in Schule und Kindergarten. Teil 1: Modul 1:Schulkontexte als soziale Situationen (Hartmut Ditton, LMU-München) Zur vorbereitenden Lektüre empfohlene Literatur: Ditton, Hartmut (2013): Kontexteffekte und Bildungsungleichheit. Mechanismen und Erklä-rungsmuster. In: Rolf Becker und Alexander Schulze (Hg.): Bildungskontexte. Strukturelle Voraussetzungen und Ursachen ungleicher Bildungschancen. Wiesbaden: Springer VS, S. 173206. Weitere Literatur: Ditton, Hartmut (2000): Qualitätskontrolle und -sicherung in Schule und Unterricht - ein Überblick zum Stand der empirischen Forschung. In: A. Helmke, W. Hornstein und E. Terhart (Hg.): Qualität und Qualitätssicherung im Bildungsbereich. Weinheim: Beltz, S. 7392. Ditton, Hartmut (2014): Bildung und Region. NEPS Working Paper No. 44. Bamberg. Ditton, Hartmut; Krüsken, Jan (2006): Sozialer Kontext und schulische Leistungen - zur Bil-dungsrelevanz segregierter Armut. In: Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisati-on 26 (2), S. 135157. Modul 2: Nachbarschaften als soziale Situationen (Jürgen Friedrichs, Universität zu Köln) Zur vorbereitenden Lektüre empfohlene Literatur: Coleman, James S. (1990). Foundations of Social Theory. Cambridge, MA-London: Belknap Press. Kapitel 1: Metatheory: Explanation in Social Science. Friedrichs, Jürgen und Alexandra Nonnenmacher (2014). Die Analyse sozialer Kontexte. S. 1-16 in: Jürgen Friedrichs und Alexandra Nonnenmacher (Hg.): Soziale Kontexte und Soziale Mechanismen. Wiesbaden: Springer VS. (Sonderheft 54 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie) Teil 2: Modul 3: Intra-actions as social situations (Krzystof Konecki, Lodz University, Poland) Literature to be read: Konecki, Krzystof (2008): Touching and Gesture Exchange as an Element of Emotional Bond Construction. Application of Visual Sociology in the Research on Interaction between Hu-mans and Animals [93 paragraphs]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 2008, 9 (3), Art. 33. Further Literature: Konecki, Krzystof (2011): Visual Grounded Theory: A Methodological Outline and Examples from Empirical Work, Revija za sociologiju, vol. 41, no. 2, pp. 131 - 160. DOI: 10.5613/rzs.41.2.1 Konecki, Krzysztof (2016) Is the Body the Temple of the Soul? Modern Yoga Practice as a Psychosocial Phenomenon. Kraków: Jagiellonian University Press. Modul 4: Kontextualisierungspraktiken als sozialen Situationen (Christoph Maeder, PH Zürich) Zur vorbereitenden Lektüre empfohlene Literatur: Maeder, Christoph (2008): Sehen, aber nicht schauen. In Sutterlütty, Ferdinand / Imbusch, Peter (Eds.) Abenteuer Feldforschung. Soziologen erzählen. Frankfurt am Main: Campus, pp. 251-256. Weitere Literatur: Maeder, Christoph (2015): ICT in the classroom. The practical side of a technical order. In Bollig, S. / Honig, M.-S. / Neumann, S / Seele, C. (Eds.), MultiPluriTrans. Approaching the Multimodality, Plurality, and Translocality of Educational Realities. Bielefeld, New York: transcript / Columbia University Press, pp. 163-174. Eberle, Thomas S. / Maeder, Christoph (2016): Organizational Ethnography. In Silverman, David (Ed.), Qualitative Research. Theory, Method and Practice (3rd and revised edition). London, Thousand Oaks, New Dehli: Sage Publications, pp. 121-136. Bemerkung Workshop-Übersicht: Qualitative und Quantitative Analyse von sozialen Situationen     Schulkontexte als soziale Situationen (Ditton) Nachbarschaften als soziale Situationen (Friedrichs) Intra-actions as social situations (Konecki) Interaktion und Rahmen als soziale Situationen (Maeder)   Di. 04.10. Mi. 05.10. Fr. 07.10. Sa. 08.10. Mo. 10.10. Di. 11.10. Mi. 12.10. Do. 13.10. Ort  Senatssaal Senatssaal Senatssaal CC, R. 1112 Gießhaus R. 0614 Gießhaus Gießhaus 9:30-11:00 Basis Vertiefung Basis Vertiefung Basis Vertiefung Basis Vertiefung 11:00-12:30 Basis Vertiefung Basis Vertiefung Basis Vertiefung Basis Vertiefung Pause                 14:00-15:30 Aufbau Praxis Aufbau Praxis Aufbau Praxis Aufbau Praxis 15:30-17:00 Aufbau   Aufbau   Aufbau   Aufbau     Räume: Senatssaal: Raum 2101, Mönchbergstr. 3 CC, R.1112: Campus Center, Raum 1112; Moritzstr. 18 Gießhaus: Mönchebergstr. 7 Raum 0614: Mönchebergstr. 7   Geltungsbereich und Leistungsnachweis der Veranstaltung: - Bachelorstudiengang Soziologie (im Hauptfach): Vertiefungsmodul Soziale Praktiken und kollektive Prozesse (Pflichtmodul) - Bachelorstudiengang Soziale Arbeit: Modul 6 Empirische Zugänge zu Praxisfeldern der Sozialen Arbeit (Pflichtmodul)   Studienleistung für BA Soziologie und BA Soziale Arbeit:  - Regelmäßige Teilnahme - Lesen der für das jeweilige Modul empfohlenen Literatur - Aktive Seminarteilnahme in Form von Diskussionsbeiträgen und Gruppenarbeiten   Allgemeine Hinweise zum Workshop: Die komplette Seminarliteratur wird online über Moodle zur Verfügung gestellt. Das Passwort für die Anmeldung zum Kurs wird in der Vorbesprechung oder auf Anfrage per Mail bekannt gegeben. FB 01 Institut für Sozialwesen Uni Kassel WiSe 2016/17 Soziale Arbeit Prof. Dr. Kissmann Ulrike Tikvah