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Uni-Siegen
14. März 2017

C Geertz Dichte Beschreibung

In den 1970ern setzen die meisten Kulturanalysen eine methodische Teilung voraus: auf der einen Seite die empirische Arbeit des Sammelns, Aufzeichnens und Auswählens von Material, auf der anderen Seite die Arbeit an Begriffs- und Beschreibungsapparaturen. Man sammelte Daten über die...

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In den 1970ern setzen die meisten Kulturanalysen eine methodische Teilung voraus: auf der einen Seite die empirische Arbeit des Sammelns, Aufzeichnens und Auswählens von Material, auf der anderen Seite die Arbeit an Begriffs- und Beschreibungsapparaturen. Man sammelte Daten über die jeweilige Kultur - sei es aus eigener Beobachtung oder in Form von schriftlichen Aufzeichnungen aus zweiter Hand - und untersuchte, welche spezifischen Muster, Regelmäßigkeiten, kurz: Strukturen sich anhand des gesammelten Materials erkennen ließen. Vor diesem Hintergrund ist es das Verdienst von Clifford Geertz, eine solche Teilung angefochten zu haben. Als Anthropologe, der Feldforschungen bei außereuropäischen Kulturen unternommen hat, stellt er fest, dass etwas Drittes den Kern ethnografischen Arbeitens ausmacht: -Entscheidend ist [...] die besondere geistige Anstrengung, die hinter allem steht, das komplizierte intellektuelle Wagnis der ‚dichten Beschreibung', um einen Ausdruck von Gilbert Ryle zu verwenden.- (Geertz 1987: 10) Das Seminar setzt sich mit dem Konzept der -dichten Beschreibung- anhand einer Reihe von Geertz' eigenen Aufsätzen auseinander. Wir lesen zwar die deutschen Übersetzungen der Aufsätze, werden aber immer wieder die englischen Originale konsultieren. Es wird also von den SeminarteilnehmerInnen erwartet, auch englischsprachige wissenschaftliche Texte zu lesen und vorzubereiten. Da Geertz das Konzept der -dichten Beschreibung- ausgehend von seinen Erfahrungen bei der Feldforschung formuliert, ist es für uns - als ethnologische Laien - unvermeidlich, uns zunächst anhand folgender Fragen vorzubereiten: Was genau ist eine -Feldforschung-? Und wie kommt es, dass zahlreiche LiteraturwissenschaftlerInnen Geertz' Aufsätze zur -dichten Beschreibung- begeistert gelesen und für ihre eigene Arbeit benutzt haben? Zur Anschaffung empfohlen: Clifford Geertz, Dichte Beschreibung. Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme, Frankfurt/M. 1987. Germanistik - Neuere deutsche und Allgemeine Literaturwissenschaft I Universität Siegen WiSe 2010/11 Jun.-Prof. Dr. Ghanbari Nacim Jun