Uni-Siegen
14. März 2017Datenkritik und Statistical Literacy
Bedingung der Möglichkeit von Popkultur sind Charts – in zweierlei Hinsicht: Als Liste oder Tabelle, die Rangordnungen zwischen Büchern, Instagram-Accounts, Studierenden und vielem mehr herstellt, aber auch als grafische Darstellungen etwa von zeitlichen Verläufen (besonders prominent in der Bezeichnung ‚Powerpoint-Charts‘)....
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Jetzt Lernplan erstellenBedingung der Möglichkeit von Popkultur sind Charts – in zweierlei Hinsicht: Als Liste oder Tabelle, die Rangordnungen zwischen Büchern, Instagram-Accounts, Studierenden und vielem mehr herstellt, aber auch als grafische Darstellungen etwa von zeitlichen Verläufen (besonders prominent in der Bezeichnung ‚Powerpoint-Charts‘). Ohne Charts gibt es kein Pop, weil ohne sie ein Bezug auf einen Mainstream (d.h. auch eine Abgrenzung davon) nicht möglich ist: Statt bspw. die Frage, welche Musik man hört, ‚nur‘ am eigenen ästhetischen Urteil zu orientieren, gestatten Charts, dass man seine Wahl an den Urteilen oder Auswahlen der anderen orientiert.
Heute sind solche Charts immer mehr Gegenstand mathematischer Verfahren – insbesondere algorithmischer, die immer schwieriger nachvollziehbar erscheinen und so die Frage aufwerfen, wie man ihnen gegenüber mündig bleiben und eine kritische Perspektive entwickeln kann: Was auf der Startseite von Spotify steht, entscheidet sich etwa nach anderen Verfahren, als dies bei Bestsellerlisten der Fall ist (aus guten Gründen, die wir noch zu klären hätten). Dies ist Teil einer größeren Entwicklung, die nicht nur Populärkultur bestimmt, sondern bspw. auch Bildungspolitik, ökonomische Strategien uvm.
Wir nähern uns diesem Phänomen aus den drei Richtungen Ästhetik, Praxeologie bzw. Soziologie und Mathematik. Dabei ist in keinem der drei Felder Vorbildung nötig, die Ihnen Ihr Studium nicht bereits vermittelt hat; vielmehr werden sich etwa die weniger Mathematik-Affinen unter Ihnen wundern, wie viel mathematische Mündigkeit gegenüber solchen Phänomenen auf Grundlage längst verschollen geglaubten Grundkurswissens möglich ist. Wenn Sie ein Interesse daran haben, zu verstehen, wie Pop in der Gegenwart funktioniert und wie man eine kritische Perspektive darauf entwickeln (und vor allem auch lehren!) kann, sind Sie in diesem Kurs richtig.
Paßmann, Johannes, Dr. des.
Beachten Sie, dass Sie diesen Kurs nach den Prüfungsordnungen ab 2011 nicht besuchen dürfen, wenn Sie die für dieses Modulelement laut Fachspezifischen Bestimmungen und Modulhandbuch notwendigen Voraussetzungen noch nicht erfüllen.
Universität Siegen
SoSe 2015
Dr.
Helmerich Markus