Uni-Siegen
14. März 2017Die Schöne und das Biest Politisches Denken und Handeln bei Hannah Arendt und Carl Schmitt
Es lassen sich wohl kaum zwei gegensätzlichere Theoretiker und Charaktere in der Geschichte des politischen Denkens im 20. Jahrhundert finden als Hannah Arendt und Carl Schmitt. Die jüdische Exilantin und der -Kronjurist des Dritten Reiches-. Er warf sich 1933 als...
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Jetzt Lernplan erstellenEs lassen sich wohl kaum zwei gegensätzlichere Theoretiker und Charaktere in der Geschichte des politischen Denkens im 20. Jahrhundert finden als Hannah Arendt und Carl Schmitt. Die jüdische Exilantin und der -Kronjurist des Dritten Reiches-. Er warf sich 1933 als brillanter junger Staatsrechtler den Nazis an den Hals und machte Karriere. Sie riskierte nach der Machtergreifung ihr Leben, um Regimegegnern und Juden bei der Flucht aus Deutschland zu helfen. Sein Denken war geprägt von einem autoritären Dezisionismus. Ihres vom Schock über die Gräuel der Konzentrationslager. Für ihn bedeutete Politik Kampf. Für sie gemeinsames Handeln. Nach 1945 war er isoliert, wirkte in Teilen der deutschen Politikwissenschaft jedoch als graue Eminenz. Sie blieb in New York und faszinierte in der Rolle der unabhängigen Außenseiterin. Als moderne Klassiker des politischen Denkens gelten heute beide.
Ziele des Kurses:
Vor diesem spannungsgeladenen biographischen Hintergrund wollen wir im Seminar bedeutende Schriften von Hannah Arendt und Carl Schmitt rekonstruieren und – hinsichtlich bestimmter Analysekategorien – miteinander in Beziehung setzen. Obwohl beide Autoren in ihren Werken selten direkt Bezug aufeinander genommen haben, drängen sich spontan mehrere Problemfelder für einen möglichen Vergleich auf, die von beiden Autoren bearbeitet wurden: Der Begriff des Politischen, Revolution und Ausnahmezustand, Diktatur und Totalitarismus, Souveränität und Herrschaft…
Interessant wäre es dabei u. a. der Frage nachzugehen, ob es ungeachtet aller äußeren Gegensätze nicht doch auch gemeinsame Argumentationsmuster zu entdecken gibt?
Zu Beginn des Seminars werden ein Handapparat mit der wichtigsten Sekundärliteratur sowie ein gleichnamiger Moodle-Kurs eingerichtet.
Seminar für Sozialwissenschaften
Studienleistung:
regelmäßige und aktive Teilnahme (max. 2 Fehlzeiten)
regelmäßige und gründliche Lektüre der ca. 30 bis 40 Seiten langen Basistexte zu jeder Woche
Übernahme eines (Impuls-)Referats oder einer vergleichbaren mündlichen o. schriflichen Leistung (Diskussionspapier, Gruppenarbeit)
Abschlussprüfung:
mündliche Prüfung oder Hausarbeit
Universität Siegen
SoSe 2015
M.A.
Erbentraut Philipp M.A