Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Europäische Migrationspolitik fachdidaktische Perspektiven
Die aktuelle europäische Migrationspolitik ist gekennzeichent durch Ereignisse wie den Tod von 30.000 Menschen bei der Überfahrt über das Mittelmeer, die daraufhin erfolgenden »Rettungsfahrten« unter der Regie der Grenzschutzagentur Frontex, durch den Bau eines Grenzzaunes zwischen Ungarn und Serbien oder...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenDie aktuelle europäische Migrationspolitik ist gekennzeichent durch Ereignisse wie den Tod von 30.000 Menschen bei der Überfahrt über das Mittelmeer, die daraufhin erfolgenden »Rettungsfahrten« unter der Regie der Grenzschutzagentur Frontex, durch den Bau eines Grenzzaunes zwischen Ungarn und Serbien oder die Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in der BRD. Alle diese Phänomene sind Ausdruck dessen, was man »europäische Migrationspolitik« nennen kann. Doch was ist genau mit diesem Begriff gemeint? Welchen systematischen Zusammenhang gibt es zwischen den Einzelphänomenen? Erst seit 1999 lässt sich von einer europäischen Migrationspolitik sprechen, denn erst zu diesem Zeitpunkt wurde mit dem Vertrag von Amsterdam die Zuständigkeit für die Gesetzgebung (in Form von Richtlinien und Verordnungen) an die EU übertragen. Die 28 Mitgliedsstaaten haben zwar einigen Spielraum in der Umsetzung der Regelungen, aber die zentralen Vorgaben erarbeiten die europäischen Institutionen. Nachdem die Binnengrenzen mit dem Schengener Übereinkommen gefallen waren, sahen sich die europäischen Staaten dazu veranlasst, auch die Außengrenzen gemeinsam zu regeln. Doch die Mitgliedsstaaten sind sich keinesfalls über die Richtung einer europäischen Migrationspolitik einig. Gerade der Umgang mit den Überfahrten auf dem Mittelmeer zeigt dramatisch, dass nicht der Gedanke der Solidarität im Zentrum steht sondern die Grenzsicherung. Das gilt sowohl für den Umgang mit den Flüchtenden als auch für denjenigen der Mitgliedsstaaten untereinander. Europäische Migrationspolitik umfasst die Bereiche der legalen wie auch der illegalisierten Einreise, der Asylpolitik und des Grenzregimes. Wir werden uns im Seminar alle Bereiche und deren Zusammenhang gemeinsam erarbeiten. Dabei werden wir sowohl politikwissenschaftliche als auch (menschen-)rechtliche Fragen bearbeiten.
Die damit im Zusammenhang stehenden Fragen werden aus politikwissenschaftlicher und aus politikdidaktischer Perspektive betrachtet.
Es wird ein besonderes Engagement der Studierenden erwartet, da im Seminar mit kreativen Methoden gearbeitet wird.
Bei Overwien: Das Seminar steht im Zusammenhang mit dem von Frau Buckel (FB05.POL.62)
Literatur zur Vorbereitung:
• Aus Politik und Zeitgeschichte, H. 25/2015, v. 15.06.2015
• Forschungsgruppe »Staatsprojekt Europa« (2014): Kämpfe um Migrationspolitik, Theorie Methoden - Analysen kritischer Europaforschung, Bielefeld.
• Heimeshoff/Hess/Kron/Schwenken/Trzeciak (Hg.) (Hg.) Grenzregime II, Migration Kontrolle _ Wissen. Transnationale Perspektiven, Hamburg/Berlin.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WiSe 2015/16
Politik und Wirtschaft
Prof. Dr.
Overwien Bernd