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Uni-Siegen
14. März 2017

Geschlechterstreit Die querelle des femmes und ihre Vorläufer in deutschen und europäischen Texten 1200-1600

Seit Christine de Pizan ihn in ihrem -Buch von der Stadt der Frauen- um 1400 gebraucht hat, ist der Begriff querelle des femmes als Streit um das weibliche Geschlecht und seinen Wert literarisch eingeführt. Es ist die erste große Debatte...

Was lernst du wirklich?

In diesem Seminar tauchst du in die faszinierende Debatte um Geschlechterrollen und den Wert von Frauen in der europäischen Literatur zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert ein, bekannt als 'querelle des femmes'. Du untersuchst, wie Autoren wie Christine de Pizan oder Wolfram von Eschenbach die damaligen Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit hinterfragten und neu definierten. So verstehst du die historischen Wurzeln heutiger Geschlechterdiskurse besser.

Das wirst du lernen

  • Du verstehst das Konzept der 'querelle des femmes' und ihre Bedeutung als erste große Geschlechterdebatte in der europäischen Literaturgeschichte.
  • Du lernst zentrale Texte und Autoren wie Christine de Pizan, Ulrich von Liechtenstein und Giovanni Boccaccio kennen, die sich mit Geschlechterfragen auseinandersetzten.
  • Du kannst die unterschiedlichen Modelle der Geschlechterdifferenz in der Vormoderne analysieren und in ihren kulturellen Kontext einordnen.
  • Du erkennst, wie höfische und theologische Diskurse die Darstellung von Geschlechterrollen beeinflussten.
  • Du entwickelst ein kritisches Verständnis für die historischen Wurzeln aktueller Debatten um Geschlecht und Identität.

Passende Berufsfelder

Wissenschaft und Forschung (Literaturwissenschaft, Mediävistik, Gender Studies)Verlagswesen und LektoratKulturmanagement und ArchivwesenJournalismus und Medien (mit Fokus auf historische oder gesellschaftliche Themen)Bildung und Erwachsenenbildung

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Offizielle Kursbeschreibung

Seit Christine de Pizan ihn in ihrem -Buch von der Stadt der Frauen- um 1400 gebraucht hat, ist der Begriff querelle des femmes als Streit um das weibliche Geschlecht und seinen Wert literarisch eingeführt. Es ist die erste große Debatte der französischen Literaturgeschichte, diejenige um das Verhältnis der Geschlechter zueinander, eine querelle vor allen anderen querelles. Doch schon die höfische Literatur des Mittelalters stellte den misogynen Diskurs in Frage, wenn sie in Epik, Minnesang und Wissensliteratur die Frau nicht nur ehrt und preist, sondern auch die Geschlechterrollen von Mann und Frau anders als in der theologischen Tradition definiert. Beispiele dafür sind das ‚Frauenbuch‘ Ulrichs von Liechtenstein (ein Streitgespräch zwischen Ritter und Dame um Fragen der Liebe, der Ethik, der Erziehung, des gegenseitigen Respekts und des täglichen Umgangs zwischen Männern und Frauen), der ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach oder Giovanni Boccaccios ‚De claris mulieribus‘. Das Seminar fasst die literarischen Genderprojektionen zwischen höfischen und theologischen Diskursen im Modus der querelle zusammen und stellt die wichtigsten Texte der deutschen und europäischen Literatur zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert vor. Im Zentrum steht dabei die Frage nach den unterschiedlichen Modellen der Geschlechterdifferenz in der Vormoderne und ihren kulturellen Kontexten und Dynamiken. Ein Reader mit Primär- und Sekundärtexten wird zu Beginn des Semesters bereitgestellt. Germanistik - Mediävistik Universität Siegen SoSe 2013 Univ.-Prof. Dr. Velten Hans Rudolf