Uni-Siegen
14. März 2017Grundlagen Schauspiel Camera Acting
-Im Theater stirbt man jeden Tag neu, beim Film nur einmal. Man bekommt den Text, den man vorher einstudiert, dazu einige kurze Vorgaben, und muss die Rolle viel schneller umsetzen. Die Gefahr dabei ist natürlich beim Klischee zu landen. In...
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Jetzt Lernplan erstellen-Im Theater stirbt man jeden Tag neu, beim Film nur einmal. Man bekommt den Text, den man vorher einstudiert, dazu einige kurze Vorgaben, und muss die Rolle viel schneller umsetzen. Die Gefahr dabei ist natürlich beim Klischee zu landen. In meinem Fall - oft habe ich nur einen Drehtag, zum Beispiel bei Tatort - ist es meist so, dass ich keinen Charakter entwickeln kann-, so der Schauspieler Michael Reimann.
Die Schauspielkunst ist eine der ältesten Künste. In ihrer langen Geschichte haben sich ganze Darstellungsschulen entwickelt. Dabei ist die Frage nach der Form des Spiels sehr wichtig. Soll sich der Schauspieler ganz in die Rolle einleben? Oder soll er sie darstellen, eine handwerkliche Distanz zum Spiel und seinen darstellerischen Mittel haben. Stanislawski, Grotowski, Brecht, Strasberg, Meisner stehen für unterschiedliche Ansätze und Theorien.
Unabhängig von der inhaltlichen Konzeption stellt das Spiel vor der Kamera an den Schauspieler andere Anforderungen als das Spiel auf der Bühne. Es macht einen großen Unterschied, ob sie auf einer Bühne stehen – mit weiter Distanz zum Publikum – oder vor einer Filmkamera – mit hoher Auflösung in Großaufnahmen – oder für eine Fernseh-Produktion arbeiten.
Dieser Kurs ist für Anfänger gedacht, die einen ersten Einblick in das Spiel vor der Kamera bekommen möchten. Dabei stützen wir uns auf die Methode von Sanford Meisner und seiner Schüler vom Neighborhood Playhouse in New York. Meisner Philosophie hatte ein Ziel: wahrhaftig zu reagieren und zu agieren und somit -im Moment- zu sein. Er hatte fünf Sätze an die Wand seines Klassenraums gehängt:
- Acting is doing
- Act before you think
- Every little moment has a meaning of it´s own
- Be specific
- An ounce of behavior is worth a pound of words
Das Programm (Änderungen möglich)
TAG 1
Vorstellung und Schauspieltheorien, Übung zum Vorstellen/Casting: Kamerafeedback, Aufwärmen, Kennenlern-Impro/ persönliche Hemmschwellen wahrnehmen, Repetitions (Notwendigkeit von Wahrhaftigkeit), 50 Fragen
TAG 2
Aufwärmen, Wahrnehmungsübungen, Repetitions, Übergang zu Improvisationen als Vorarbeit zur Textarbeit (ab hier zusätzliches Kamerafeedback), Übung zum Erreichen von Authentizität, Erste Arbeit mit Aktionsverben, Zielen und Aufgaben
TAG 3
Aufwärmen, Aufmerksamkeitsübungen, Repetitions, Persönliche und situative Improvisation, Arbeit mit Aktionsverben
TAG 4
Aufwärmen, Vertrauensübungen, Repetitions, szenische Übung (Zugang zu Texten wird erarbeitet: wie nähert man sich einem Text, wie findet man die grundlegenden Ziele und Motivationen einer Figur?), Heranführung an den Reactionshot: Einstellungsgrößen, Blickachsen, Kamerafeedback
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Medienwissenschaft, Bachelor, PO 2006
Universität Siegen
SoSe 2012
Dipl.-Reg.
Mayer Schuchard Wolfram Dipl Reg