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Uni-Kassel
14. März 2017

Hauptseminar Debatten über Stammzellenforschung in den USA und Europa

Seit der Gründung der Royal Society im 17. Jahrhundert ist die Erfahrungswissenschaft in modernen Gesellschaften zur verbindlichen Instanz für die Klärung von Geltungsansprüchen avanciert. Auch wenn jedoch seit dem 19. Jahrhundert die Wirkmächtigkeit wissenschaftlicher Forschung auch für die Technologieentwicklung unbestritten...

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Seit der Gründung der Royal Society im 17. Jahrhundert ist die Erfahrungswissenschaft in modernen Gesellschaften zur verbindlichen Instanz für die Klärung von Geltungsansprüchen avanciert. Auch wenn jedoch seit dem 19. Jahrhundert die Wirkmächtigkeit wissenschaftlicher Forschung auch für die Technologieentwicklung unbestritten scheint, so hat es gerade im 20. Jahrhundert und vor allem seit 1970 in den USA und in Europa immer wieder öffentliche Auseinandersetzungen über Wissenschaft gegeben. Anders als etwa im 19. Jahrhundert ging es jetzt aber nicht darum, die Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnis von religiösen Deutungen abzugrenzen (wie etwa in der Auseinandersetzung um Darwin). Im Kontext einer sich ausformenden Öffentlichkeit wurde in der Debatte über rekombinierte DNA (rDNA) in den siebziger Jahren die Verantwortung und Autonomie von Forschung neu verhandelt. Die Debatte über die Stammzellenforschung fällt also seit den achtziger Jahren in eine Phase, in der wichtige Weichenstellungen im Verhältnis von Öffentlichkeit und Wissenschaft gestellt worden waren. Neu sind an der Debatte über die Stammzellenforschung die spezifischen Fragen, mit der die Forschung die Öffentlichkeit zu konfrontieren schien (-Wo beginnt menschliches Leben?-). Die Stammzellenforschung zwang die Öffentlichkeit in den USA und in Europa, sich ein Urteil über solche Fragen zu bilden, ohne auf religiöse Deutungsmuster zurückgreifen zu können. Das Seminar steht im Zusammenhang mit einem von Axel Jansen gemeinsam mit dem Soziologen Andreas Franzmann an den Universitäten Tübingen und UCLA durchgeführten Forschungsprojekt zu -The Public Context of Science since 1970-. Es soll dazu dienen, in das besondere Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit anhand der Debatte über die Stammzellenforschung in den USA und in Europa einzuführen. Es wird darum gehen, die ethischen und politischen Positionen zur Stammzellenforschung historisch nachzuzeichnen und einzuordnen. Einen ersten Überblick bietet Michael Bellomo, The Stem Cell Divide: The Facts, the Fiction, and the Fear Driving the Greatest Scientific, Political, and Religious Debate of Our Time (AMACOM Div. American Mgmt. Assn., 2006). Maximal 35 Teilnehmer. Studierende, die obligatorisch ein Seminar im Bereich Landeswissenschaften besuchen müssen, werden vorgezogen. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SoSe 2013 Lehrveranstaltungspool FB 05 Anglistik/Englisch Jansen Axel