Uni-Düsseldorf
14. März 2017Seminar Ethik der Reproduktionsmedizin
Seit der Geburt des ersten Retortenbabys- im Jahre 1978 haben sich die technischen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin ständig erweitert. Der Fortschritt im Bereich der künstlichen Fortpflanzung bringt diffizile ethische Probleme mit sich, die der eingehenden Erörterung bedürfen. Auf einer grundlegenden Ebene...
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Jetzt Lernplan erstellenSeit der Geburt des ersten Retortenbabys- im Jahre 1978 haben sich die technischen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin ständig erweitert. Der Fortschritt im Bereich der künstlichen Fortpflanzung bringt diffizile ethische Probleme mit sich, die der eingehenden Erörterung bedürfen. Auf einer grundlegenden Ebene ist zunächst zu fragen, inwieweit die Präferenzen der Individuen im Kontext der Zeugung moralische Berücksichtigung verdienen. So gibt z. B. der Wunsch angehender Eltern, das Geschlecht ihres Kindes auszuwählen oder eine Behinderung auszuschließen, zu ethischen Kontroversen Anlass.
Ferner gilt es zu untersuchen, ob durch reproduktionsmedizinische Verfahren moralische Rechte der künstlich gezeugten Personen verletzt werden können. Diese Frage stellt sich u. a. in Hinblick auf Klone, die ein Leben als genetisches Duplikat- führen müssten, wie auch in Hinblick auf so genannte Rettungsgeschwister, die als Spender für ein erkranktes Geschwisterkind fungieren sollen. Schließlich gilt es zu prüfen, inwieweit die moderne Reproduktionsmedizin neben den Interessen von Eltern und Kindern auch schützenswerte Interessen Dritter tangiert. So wird z. B. gegen die Nutzung von Leihmüttern der Einwand der Instrumentalisierung und gegen die Präimplantationsdiagnostik der Vorwurf der Diskriminierung von (bereits erwachsenen) Behinderten erhoben.
Im Seminar sollen die zentralen Fragestellungen der aktuellen medizinethischen Diskussion gemeinsam analysiert und erörtert werden. Die Veranstaltung ist für fortgeschrittene Studenten konzipiert, die Vorkenntnisse zu grundlegenden moralphilosophischen Positionen (Kantianismus, Utilitarismus, etc.) besitzen. Von den Teilnehmern wird die Bereitschaft zur regelmäßigen Lektüre englischsprachiger Texte erwartet. Zu Semesterbeginn wird in elektronischer Form ein Reader zur Verfügung gestellt, der alle im Seminar behandelten Texte enthält.
Philosophie (BA, PO 2013) Kernfach
Universität Düsseldorf
WiSe 2016/17
Univ.-Prof. Dr.
Dietrich Frank