Uni-Dortmund
14. März 2017Hauptseminar Literarische Medienreflexionen Fernsehen
Medien, die sich in der Gesellschaft und im Alltag breitenwirksam durchgesetzt haben, werden quasi automatisch immer auch zum Gegenstand der Literatur. Entsprechend thematisieren literarische Texte Fotografie, Telefon, Zeitung, Radio, Fernsehen, Video, Computer und Internet. Anhand konkreter Lektüren wird sich das...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenMedien, die sich in der Gesellschaft und im Alltag breitenwirksam durchgesetzt haben, werden quasi automatisch immer auch zum Gegenstand der Literatur. Entsprechend thematisieren literarische Texte Fotografie, Telefon, Zeitung, Radio, Fernsehen, Video, Computer und Internet. Anhand konkreter Lektüren wird sich das Seminar der literarischen Darstellung des Fernsehens widmen und das breite Spektrum der literarischen Auseinandersetzung mit dem Medium Fernsehen in Augenschein nehmen. Drei Thesen sollen die gemeinsamen Lektüren und Analysen leiten: 1) D ie Literatur erzählt das Fernsehen und erzählt nach dem Fernsehen. Im einen Fall geht es um Geschichten, die entweder im Produktionsbereich angesiedelt sind oder für die der Akt des Fernsehens – die Rezeption – von grundlegender Bedeutung ist. Im anderen Fall appliziert die Literatur im Ringen um Relevanz und Kritik ihre Stoffe in dokumentierender oder verfremdender Form aus dem, was gesendet wird. 2) Literarische Texte thematisieren das Fernsehen als Medium. Das heißt, dass die Literatur das Fernsehen in seiner medialen Spezifik, bezüglich seiner Vorgaben, Leistungen und Effekte reflektiert. Hierbei folgen ihre Aussagen weniger medientheoretischen Auffassungen, sondern entfalten vielmehr eine Eigenlogik der Literatur, wodurch die literarische Medienbeobachtung die Subjektivierungen des Fernsehens freizulegen vermag. 3) Die literarischen Medienreflexionen gehen häufig Hand in Hand mit einer Selbstreflexion der Literatur. Dies zeigt sich insbesondere dann, wenn literarische Texte durch ihre Schreibweise die spezifischen Texturen und Erzählweisen des Fernsehens nachahmen, vorführen und zu überbieten suchen.
In den ersten Sitzungen wird durch Textauszüge aus Alexander Osang: die nachrichten (Frankfurt am Main: Fischer 2000), Walter Kempowski: Bloomsday ’97 (München: Knaus 1997), Jean-Philippe Toussaint: Fernsehen (Frankfurt am Main; Suhrkamp 2001), Rainald Goetz: Festung 2: 1989 (Frankfurt am Main; Suhrkamp 1993) und Benjamin v. Stuckrad-Barre: Blackbox – unerwartete Systemfehler (Köln: Kiepenheuer & Witsch 2000) das literarische Feld von Fernsehromanen abgesteckt. Dem schließen sich dann gemeinsame Lektüren und Analysen dreier Romane (von Schünemann, Oesterle und Jelinek) zum Fernsehen an.
Folgende drei Texte sollten angeschafft und bis zu Semesterbeginn ein erstes Mal gelesen sein: Kurt Oesterle: Der Fernsehgast oder Wie ich lernte die Welt zu sehen, Berlin: BvT (Berliner Taschenbuch Verlag) 2004 (ISBN 3-8333-0018-3); Elfriede Jelinek: Michael. Ein Jugendbuch für die Infantilgesellschaft, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 72004 (ISBN 3-499-15880-9); Christian Schünemann: Daily Soap. Ein Fall für den Frisör, Zürich: Diogenes 2011 (ISBN 978-3-257-24052-8)
Technische Universität Dortmund
SoSe 2012
Dr.
Thiele Matthias