Uni-Kassel
14. März 2017Hauptseminar Moralischer Kontraktualismus
Von moralischen Normen wird gemeinhin angenommen, dass wir auch dann ihnen gemäß handeln sollen, wenn es nicht in unserem Interesse liegt, dies zu tun. Welchen Grund haben wir aber so zu handeln, wie die Moral es fordert, wenn unser Interesse...
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Jetzt Lernplan erstellenVon moralischen Normen wird gemeinhin angenommen, dass wir auch dann ihnen gemäß handeln sollen, wenn es nicht in unserem Interesse liegt, dies zu tun. Welchen Grund haben wir aber so zu handeln, wie die Moral es fordert, wenn unser Interesse ein anderes ist? Was motiviert uns dann, moralisch zu handeln?
Der moralische Kontraktualismus geht grob gesprochen von der Annahme aus, dass es rational ist, moralisch zu handeln. Kontraktualistische Theorien beruhen ausdrücklich oder implizit auf der Annahme, dass sich die Legitimität bzw. Verbindlichkeit moralischer, rechtlicher oder politischer Normen auf eine freiwillige Vereinbarung derjenigen Menschen zurückführen lässt, die diesen Normen unterstehen. Die Begründung z.B. von moralischen Normen kann daher nur von dem rationalen Eigeninteresse der Betroffenen ausgehen, das nicht an sich schon moralisch ist.
Ihren Ursprung hat die kontraktualistische Theorie in der politischen Philosophie. Hier ist sie spätestens seit Thomas Hobbes eine der zentralen Theorien politischer Legitimation. In den letzten Jahrzehnten ist der Kontraktualismus auch in der Moralphilosophie immer stärker in den Fokus geraten.
Im Seminar werden wir kurz auf die klassische Position von Hobbes eingehen, um dann die Theorien von David Gauthier, Peter Stemmer und Ernst Tugendhat ausführlich zu behandeln. In einzelnen Sitzungen gehen wir auf Thomas Scanlon und Norbert Hoerster ein. Auch Kritiker des Kontraktualismus kommen zu Wort.
Eine Kopiervorlage mit der Seminarliteratur wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt. Einige Texte sind in englischer Sprache.
FB 01 Institut für Philosophie
Uni Kassel
WiSe 2010/11
Philosophie
Dr.
Schnitker Jens