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14. März 2017Konrad Adenauer Stationen eines deutschen Lebens im 20 Jahrhundert
Der Tod des hochbetagten Konrad Adenauer am 19. April 1967 bedeutete für die Zeitgenossen eine spürbare Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, denn in den vierzehn Jahren von 1949 bis 1963 hatte der Mann, der erst im fortgeschrittenen Alter...
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Jetzt Lernplan erstellenDer Tod des hochbetagten Konrad Adenauer am 19. April 1967 bedeutete für die Zeitgenossen eine spürbare Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, denn in den vierzehn Jahren von 1949 bis 1963 hatte der Mann, der erst im fortgeschrittenen Alter von 72 Jahren die Kanzlerschaft übernahm, die westdeutsche Nachkriegspolitik maßgeblich geprägt. Vielen Beobachtern und Partnern im Ausland galt Konrad Adenauer wegen seiner Bemühungen um die Westintegration des jungen Staates, den Aufbau einer stabilen Demokratie und zunehmender europäischer Kooperation gar als -the father of new Germany- (Charles Williams).
Bemerkenswert ist die auch nach vier Jahrzehnten kaum verminderte Popularität Adenauers, der zu Lebzeiten politisch und wegen seiner nicht ganz einfachen, facettenreichen Persönlichkeit keineswegs immer unumstritten war. Fast drängt sich der Verdacht auf, dass inzwischen eine Art Adenauer-Mythos entstanden ist, der u.a. dazu beitrug, dass Adenauer 2003 in einer groß angelegten, medial perfekt inszenierten Wahl des ZDF unter dem Titel -Unsere Besten - Wer ist der größte Deutsche?- den ersten Platz mit deutlichem Vorsprung vor solchen historischen Größen wie Martin Luther, Karl Marx, Sophie Scholl, Johann Sebastian Bach und Johann Wolfgang von Goethe den ersten Platz belegte.
Doch bereits vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und dem Antritt seiner Kanzlerschaft erlebte Konrad Adenauer eine bewegte Biographie, die ihn durch drei höchst unterschiedliche Phasen deutscher Geschichte vom Wilhelminischen Kaiserreich über die Weimarer Republik bis hin zur nationalsozialistischen Diktatur führte. Adenauers Prägung durch die historischen Ereignisse und Entwicklungen seiner Lebenszeit, seine Verhaltensweisen und politischen Aktivitäten sollen ebenso im Mittelpunkt der Arbeit in dieser Grundübung stehen wie Adenauers Politik seit dem Kriegsende 1945. Deutsche und internationale Perspektiven werden gleichermaßen Berücksichtigung finden wie rezeptionsgeschichtliche Aspekte seines Lebens und Wirkens.
Inzwischen sind verschiedene Biographien und Überblicksdarstellungen zu Konrad Adenauers Leben und seiner Politik erschienen, und auch die Liste der Spezialpublikationen ist nahezu unüberschaubar groß. Solides Basiswissen über die deutsche Geschichte seit 1870/71 und insbesondere nach 1945 ist Grundvoraussetzung, um gewinnbringend in der Grundübung mitarbeiten zu können. Zur Einführungsveranstaltung sollten alle teilnehmenden Studierenden sich zudem mit den grundlegenden Eckdaten von Adenauers Leben vertraut gemacht haben.
Literaturempfehlungen zum Einstieg in das Thema:
• Geppert, Dominik, Die Ära Adenauer, Darmstadt 22007
• Morsey, Rudolf, Die Bundesrepublik Deutschland. Entstehung und Entwicklung bis 1969, München 2007
• Recker, Marie-Luise, Konrad Adenauer. Leben und Politik, München 2010
• Schwarz, Hans-Peter, Anmerkungen zu Adenauer, München 2007
BemerkungBA: G3.3
LA GHR/G und HR: 2.3
LA Gym: 3.3
Leistungsnachweis
Die Grundübung wird als Blockveranstaltung an vier Terminen (jeweils freitags und samstags) im Verlauf des Wintersemesters 2010/11 durchgeführt. Als Abschluss findet eine gemeinsame Tagesexkursion nach Rhöndorf und Bonn statt. In der Lehrveranstaltung können durch regelmäßige aktive Teilnahme , die Übernahme eines Kurzreferats oder ähnlicher Aufgaben entweder zwei oder zusätzlich durch das Anfertigen einer Hausarbeit wahlweise auch vier Kreditpunkte erworben werden.
Regionale Industrialisierung
Die Grundübung wird als Blockveranstaltung an vier Terminen (jeweils freitags und samstags) im Verlauf des Wintersemesters 2010/11 durchgeführt. Als Abschluss findet eine gemeinsame Tagesexkursion nach Rhöndorf und Bonn statt. In der Lehrveranstaltung können durch regelmäßige aktive Teilnahme , die Übernahme eines Kurzreferats oder ähnlicher Aufgaben entweder zwei oder zusätzlich durch das Anfertigen einer Hausarbeit wahlweise auch vier Kreditpunkte erworben werden.
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