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Uni-Siegen
14. März 2017

Krankheit in den Medien Medienwissenschaftliche Perspektiven von Krankheit am Beispiel des HIV AIDS Diskurses

Die Populärkultur zeichnet sich durch eine Vielfalt an Menschenbildern aus, die sich in unterschiedlichen Medienprodukten (Film, Fotografie, Web 2.0, Werbung etc.) manifestieren und wiederum durch diese beeinflusst werden. Ein Schwerpunkt des Seminars soll auf neueren Forschungsfeldern der Visuellen Kultur liegen....

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Die Populärkultur zeichnet sich durch eine Vielfalt an Menschenbildern aus, die sich in unterschiedlichen Medienprodukten (Film, Fotografie, Web 2.0, Werbung etc.) manifestieren und wiederum durch diese beeinflusst werden. Ein Schwerpunkt des Seminars soll auf neueren Forschungsfeldern der Visuellen Kultur liegen. In dem Zusammenhang werden wir uns mit der Darstellung von Krankheit in den Medien am Beispiel von HIV/AIDS beschäftigen. HIV/AIDS-Infizierte erfahren bis heute eine gesellschaftliche Stigmatisierung, die zur Angst vor sozialer Ausgrenzung und Ablehnung führt. Aus diesem Grund werden wir im Seminar verschiedene Medientexte (Filme, Dokumentationen, Internet-Foren, Forschungsberichte, Kampagnen etc.) danach befragen, welches Wissen hier von der Krankheit generiert und welche Menschenbilder in den verschiedenen Medienformaten von HIV/AIDS-Kranken konstruiert werden. Lassen sich bestimmte Darstellungsmuster und Inszenierungsstrategien entlarven? Dass Krankheits- und Epidemie-Diskurse auch von einer spezifischen Kriegssymbolik überlagert wurden, hat Philip Sarasin beispielsweise für den bakteriellen Wissenschaftsdiskurs des 19. Jahrhunderts gezeigt, wenn hier u.a. vom ‚Krieg im Körper‘ die Rede ist. Daneben kämpfte auch Susan Sontag gegen Metaphorisierungs- bzw. Psychologisierungsprozesse, die Krankheit (hier: Krebs) als selbst verschuldet, als Sünde oder Strafe degradierten. Lassen sich solche Metaphern, Symboliken oder Psychologisierungen auch in aktuellen MedientextenüberHIV/AIDS ausmachen? Welche Rolle spielen also interdisziplinäre Diskurse z.B. aus der Gender- und Sexualforschung oder der Humanmedizin für das kollektive Wissen um HIV/AIDS? Das Seminar versteht sich demnach als ‚Schlaglicht‘ auf den gegenwärtigen medialen Diskurs um HIV/AIDS und versucht, mittels Text- und Bildanalyseverfahren aktuelle Tendenzen der Visualisierung zu entschlüsseln. Leistungsanforderung: Lektürepensum, Medienformatanalyse zur Darstellung von HIV/AIDS in Kleingruppen mit anschließender Präsentation. Das Seminar wird als 5-teilige Blockveranstaltung angeboten. Vorbereitungsmaterial für die erste Sitzung wird den Teilnehmern per E-Mail zugeschickt Medienwissenschaftliches Seminar Universität Siegen WiSe 2012/13 M.A. Austermann Julia M.A