Uni-München
14. März 2017Lektürekurs Einführung in die Autorenlektüre II Hesiods Theogonie
Hesiod (8./7. Jh. v. Chr.) ist der erste griechische Dichter, der in seinem Werk als individuell fassbare Person kenntlich wird. Neben den -Werken und Tagen- hat ihm die spätere Antike auch die -Theogonie- (Götterentstehung) zugeschrieben. Mit beiden Werken stellt sich...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenHesiod (8./7. Jh. v. Chr.) ist der erste griechische Dichter, der in seinem Werk als individuell fassbare Person kenntlich wird. Neben den -Werken und Tagen- hat ihm die spätere Antike auch die -Theogonie- (Götterentstehung) zugeschrieben. Mit beiden Werken stellt sich der Dichter nicht in die Tradition der Heldenepik, die wir beim Homerischen Dichter fassen: Hierauf zielt auch das berühmte Diktum des im letzten Jahr verstorbenen Hesiod-Forschers Martin L. West in der Einleitung seines Kommentars zur -Theogonie-: -Besides Homer, there is Hesiod-. Zwar dichten beide in der Tradition des epischen Hexameters. Doch während Homer für das erzählende Epos steht, ist Hesiod der erste Sach- und Lehrdichter der griechischen Literatur: In seiner -Theogonie- kündet der Sprecher von der Entstehung der Welt, der Geburt der Götter und der Genese der Weltordnung in stufenweiser Entfaltung. Ähnliche Dichtungen finden sich auch in anderen Kulturkreisen, etwa dem Orient (man denke an das erste Kapitel der -Genesis-), doch ist Hesiods Text der erste erhaltene dieser Art.
Im Lektürekurs sollen zentrale Passagen wie die Weihe des Dichters durch die Musen, die Göttergenealogien und die darin eingefügten Mythen (etwa die Kastration des Uranos durch Kronos) bis hin zur Errichtung der Herrschaft des Zeus, versinnbildlich im Kampf gegen Prometheus, behandelt werden.
In jeder Sitzung wird eine Passage gemeinsam gelesen, wobei das Interesse auch den Besonderheiten der epischen Kunstsprache gilt, in der die -Theogonie- verfasst ist. Bitte bereiten Sie als Einstiegslektüre für die ersten Sitzungen die Verse 1-115 (Proöm) der -Theogonie- vor.
Als Textgrundlage und Kommentar zur Vorbereitung während des Semesters dient West, M.L., Hesiod: Theogony. Edited with Prolegomena and Commentary, Oxford 21971.
Gute Einführungen zu Hesiod und zur -Theogonie- bieten Fränkel, H., Dichtung und Philosophie des frühen Griechentums, München 31962, 104-146 und Rossi, L.E./Ercolani, A., Hesiod, in: Zimmermann, B. (Hg.), Handbuch der griechischen Literatur der Antike, Band 1: Die Literatur der archaischen und klassischen Zeit, München 2011, 78–123.
Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
B.A.-Nebenfach SLK
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). ODER
Diese Veranstaltung entspricht in WP 5 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Älteren Sprachen und Kulturen m/n/o/p- (WP 5.0.14/16/18/20).
Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
SoSe 2016
Hafner Markus