Uni-Siegen
14. März 2017Let's stick together Zur medialen Konstruktion von Liebe im amerikanischen europäischen und asiatischen Kino
Lernziel: -Jede Liebe ist eine Tragödie-, schreibt Oscar Wilde. Ein zu apodiktischer Blick, zumindest, wenn man sich mit dem Genre Liebesfilm beschäftigt. Dort erscheint Liebe mindestens genau so tragisch, wie komisch. Die Bedeutung der Liebe als einem der bedeutsamsten Kulturmuster...
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-Jede Liebe ist eine Tragödie-, schreibt Oscar Wilde. Ein zu apodiktischer Blick, zumindest, wenn man sich mit dem Genre Liebesfilm beschäftigt. Dort erscheint Liebe mindestens genau so tragisch, wie komisch.
Die Bedeutung der Liebe als einem der bedeutsamsten Kulturmuster und Filmstoffe, liegt, wie der taiwanische Filmregisseur und Drehbuchautor Ang Lee betont, darin, dass sie ein unerschöpflicher Gegenstand für das Geschichtenerzählen ist: -Wenn wir wüssten, was Liebe ist, wenn wir sie definieren könnten, hätten wir schon vor zweitausend Jahren aufgehört, Liebesgeschichten zu erfinden. Wir wissen es aber nicht, und darum entstehen immer wieder neue Liebesgeschichten. Wir brauchen Liebe, weil wir das Bedürfnis haben, an etwas zu glauben.-
Filme sind, aus dieser Perspektive, ein wichtiger Bestandteil des Alltagslebens und der Phantasie. Sie erzählen Geschichten, inszenieren Persönlichkeitstypen, gestalten Bilderwelten, kommunizieren Wert- und Moralvorstellungen, setzen Lifestyle in Szene, vermitteln Wirklichkeits- und Weltbilder, erwecken Wünsche, stimulieren Begehren und vieles mehr. Eine mediensoziologische Analyse des Films, die davon ausgeht, das Filmanalyse immer auch Gesellschaftsanalyse ist, fragt, welche Einblicke in soziale, politische und kulturelle Strukturen sowie Prozesse können Kinofilme vermitteln? In welchem Verhältnis stehen hierbei die soziale und die mediale (Re-)Konstruktion von Wirklichkeit?
Am Anfang einer jeden Analyse steht zunächst einmal das eigene Filmerlebnis. Wie gelangt man aber hiervon zu einer wissenschaftlichen Filmanalyse? Diese Frage wird im Seminar nicht durch das Studium von Texten beantwortet, sondern durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Medium Film selbst. Ziel des Seminars ist es, einerseits detaillierte und fallorientierte Einblicke in die mediale Konstruktion der (Medien)Wirklichkeiten, Spielregeln, Erzählfigurationen, Erzählformeln, Standardsituationen, Kommunikationsformen, Geschichten und Themen der Liebe im europäischen, amerikanischen und asiatischen Kino von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart zu vermitteln. Darüber hinaus die Medien der Liebe zu betrachten, denn ohne Medien gibt es keine Liebe, und schon darum hat sie eine (Film)Geschichte.
Anforderungen:
Im Zentrum des Seminars stehen Filmanalyse und Diskussion. Hierzu wird ein für alle Teilnehmer verbindlicher Analyseleitfaden verteilt.
Es wird von allen Teilnehmern erwartet, dass sie regelmäßig am Seminar teilnehmen, bereit sind, eine Seminarpräsentation zu übernehmen, die einzelnen Sitzungen gründlich vorbereiten und sich aktiv an der Diskussion beteiligen.
Basisliteratur:
• Marcus S. Kleiner (2006), Medien-Heterotopien. Diskursräume einer gesellschaftskritischen Medientheorie, Bielefeld.
• Anette Kaufmann (2007), Der Liebesfilm. Spielregeln eines Filmgenres, Konstanz.
Filme:
Die im Seminar behandelten Filme werden in der Bibliothek den Referenten zur Verfügung gestellt.
Medienwissenschaft, Bachelor, PO 2006
Universität Siegen
20101 SoSe 2010
Dr.
Kleiner Marcus S