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Uni-Siegen
14. März 2017

Medialisierte Kriege Die vierte Front

Lernziel: Kriege sind in der Gegenwart immer auch Bilder- und Medienkriege. Der Krieg als Medienspektakel kann mit der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit rechnen. Alle werden, wie etwa beim Irak-Krieg 2003, zu Bildschirmen, Informationscontainern und Kommentatoren! Dies führte zu einer Ausdehnung des...

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Lernziel: Kriege sind in der Gegenwart immer auch Bilder- und Medienkriege. Der Krieg als Medienspektakel kann mit der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit rechnen. Alle werden, wie etwa beim Irak-Krieg 2003, zu Bildschirmen, Informationscontainern und Kommentatoren! Dies führte zu einer Ausdehnung des Kriegsschauplatzes: die empirische Seite des Krieges als lokales Ereignis im Irak, die mediale Seite in Form elektronischer Bilder, als globale Repräsentationen, etwa auf Fernsehschirmen, Internetdisplays oder Bildern in den Printmedien. Der Krieg als visuelles Spektakel appellierte an die Emotionen der Weltöffentlichkeit, seine intensive mediale Inszenierung ließ die Welt, wenn auch nur kurzfristig, als global village erscheinen, in dem Kulturen und Nationen, Meinungen und Aktionen in einen Dialog traten. Live-Übertragungen sollten das Gefühl des direkten Dabeiseins fördern, Handlungsräume und Zuschauerräume miteinander verbinden. Die Schlacht an der -vierten Front- der Information, wie der französische Medienphilosoph Paul Virilio das mediale Schlachtfeld, neben -der Boden-, der See- und der Luftfront-, nennt, hat das Erleben und Verstehen sowie die Kommunikation über den Irak-Krieg entscheidend bestimmt (vgl. Marcus S. Kleiner, Medien-Heterotopien. Diskursräume einer gesellschaftskritischen Medientheorie, Bielefeld 2006, S. 344f.). Im Seminar wird es einerseits darum gehen, aktuelle, internationale Positionen der Medien- und Kommunikationswissenschaft zur nicht-fiktionalen Mediatisierung von Kriegen zu diskutieren. Andererseits werden, als Beispiel für eine fiktionale Mediatisierung von Kriegen, ausgewählte Kriegsfilme von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart analysiert (zu Kriegen in der Antike, in Vietnam, im Libanon, in Irak und Afrika). Anforderungen: Im Zentrum des Seminars stehen Textarbeit, Theoriediskussion und Filmanalysen. Es wird daher von allen Teilnehmern erwartet, dass sie regelmäßig am Seminar teilnehmen, die jeweilige Basislektüre gründlich vorbereiten, sich aktiv an der Diskussion beteiligen und bereit sind, eine Seminarpräsentation zu übernehmen. Basisliteratur: Ein virtueller Reader mit allen Texten, die im Seminar behandelt werden, wird im Moodle bereitgestellt. Medienwissenschaft, Bachelor, PO 2006 Universität Siegen 20101 SoSe 2010 Dr. Kleiner Marcus S